Personaler Blog

In diesem Blog schreiben HR-Experten über ihr jeweiliges Fachgebiet. Lesen Sie welche Meinung andere Personaler zu verschiedenen Personal- themen haben.

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10 Mai 2011 - 15:28Motivation ist mehr…

Vor einiger Zeit las ich einen in Tweet über Motivation von Maik Schulze. Der Tweet erwähnte eine Harvard-Studie, die Einflussfaktoren der Mitarbeitermotivation beschrieben hat: Fortschritte bei der Arbeit, Ziele, finanzielle Anreize und Anerkennung. Das hörte sich für mich nicht wirklich nach neuen Erkenntnissen an, das alles ist seit ca. 20-40 Jahren bekannt, ein Mix aus Maslows Bedürfnispyramide, Lockes und Lathams Zielsetzungstheorie und dem Job Characteristic Model von Hackman und Oldham.  Die ominöse Harvardstudie konnte ich leider nicht finden, einen weiterführenden Link gab es nicht.

Aus meiner Sicht ist eine so beschränkte Motivationsbetrachtung schädlich. Die Zielsetzungstheorie ist die neuste der gennanten Theorien und wurde 1990 veröffentlicht, aber seitdem gibt es auch noch weitere Ergbnisse zur Mitarbeitermotivation und ziemlich gute Experimente und Studien. Es zeigt sich deutlich, dass es nicht DEN Einflussfaktor gibt, der immer wirkt. Es gibt viele Faktoren, die sich in unterschiedlichen Arbeitssituationen unterschiedlich auswirken. Erschwerend kommt hinzu, dass nicht alle Mitarbeiter gleich sind und optimalerweise auch noch unterschiedlich motiviert werden müssten. Zum Thema Motiation gibt es ein sehr kurzweiliges Youtube-Video, das ein paar Ergebnisse zu Motivation mehr “malt” und zeigt, dass wir Menschen und unsere Motivation nicht wirklich auf die im Tweet genannten Faktoren in einer Rangreihe reduziert werden können:

 

Christian Reiss | 7 Comments | Tags: Allgemein, Compensation & Benefit, Führung, Retention Management

14 April 2011 - 21:43So entstehen Gerüchte in der HR-Internetszene (Neu: Wechselwillige nutzen jetzt auch Jobbörsen)

Umfragen, deren Interpretation und Aufbereitung laufen im Internet manchmal fragwürdig ab. Ein Paradebeispiel dafür las ich heute im Blog von JobScout24 und zwar in einem Beitrag mit der Überschrift “Umfrage: Über 80 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland sind wechselwillig“.

Über 80% der deutschen Arbeitnehmer sind wechselwillig… ein wahnsinnig hoher Wert! Ich konnte kaum glauben was ich las, merkte aber nach kurzem Lesen, dass die Überschrift eine mehr als freie Interpretation der bemühten Umfrage ist. Die Befragten sind nicht etwa, die deutschen Arbeitnehmer wie es in der Überschrift und auch im Text des Beitrags steht, sondern die JobScout24-Nutzer!? Es wundert so rein gar nicht, dass die Nutzer einer Online-Jobbörse wechselwillig sind. Was sollte die Mehrzahl Jobscout24-Nutzer denn sonst dort wollen??? Erinnert mich übrigens irgendwie an das blaue Licht. Nach dieser Erkenntnis war der Beitrag dann doch nicht mehr so interessant (obwohl es dann doch wieder interessanter wurde, denn die Umfrage zeigte im Längsschnitt Sicherheitsverhalten bei Jobsuchenden während der Wirtschaftskrise, aber das ist ein anderes Thema…).

Schade ist dann, das solche Überschriften im Internet auch noch rumgehen und sich selbst bestätigen:

So entstehen Gerüchte…

Christian Reiss | 6 Comments | Tags: Allgemein

12 April 2011 - 13:37Aufbau von Karriereseiten

Im globalen Wettbewerb hat das Rekrutieren von Mitarbeitern in vielen Branchen einen enorm hohen Stellenwert, der die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens stark negativ beeinträchtigen oder beflügeln kann. Bereits Ende der 90er Jahre gab es Einzelberichte, dass bei einigen Organisationen 80% der eingehenden Bewerbungen über die organisationseigenen Karriereseiten kommen (Slywotzky, 1999). Dieser Trend sollte sich mittlerweile verstärkt haben und zeigt das enorme Potential, das das Internet auf den Unternehmenserfolg haben kann. Allgemein kann die Rekrutierung von Mitarbeitern laut Barber (1998) in drei Teile gegliedert werden:

  1. Bewerber anlocken,
  2. das Interesse der Bewerber an der Organisation aufrecht erhalten und
  3. die Bewerbungswahl beeinflussen.

In diesem Blogbeitrag geht es um die zweite und dritte Phase und dies im Internetkontext: Wie können Karriereseiten das Interesse von Jobsuchenden an der Organisation aufrecht erhalten.  Wodurch fühlen sich Bewerber angezogen und zu einer Bewerbung ermutigt (bzw. sich nicht entmutigt)? Eine Karriereseite soll folgendes leisten: Aufmerksamkeit und das Interesse von Jobsuchenden erhöhen, Unsicherheiten durch gelungene Präsentation von relevanten Informationen reduzieren und Einfluss auf die Bewerbungsentscheidung nehmen.

(weiterlesen …)

Christian Reiss | 7 Comments | Tags: Allgemein, Recruiting

9 November 2010 - 21:39Personaler im Web 2.0

Durchschnittlich verbringt der deutsche Internetnutzer über 3 Stunden in der Woche auf Social Media-Seiten. Dazu gehören beispielsweise Facebook, Twitter, die VZ-Netzwerke oder Blogs. Das macht die sozialen Netzwerke zur wertvollen Möglichkeit für Unternehmen, neue Kunden zu akquirieren und Feedback zu erhalten, aber auch zur Plattform, auf der sie ihrerseits neue Kontakte knüpfen können. Dennoch ist das Potenzial sozialer Netzwerke noch lange nicht voll ausgeschöpft, da viele Unternehmen aus Unsicherheit unausgereifte Strategien anwenden oder sich nicht trauen, die Chancen zu ergreifen. Teilweise wissen die Personalabteilungen von Unternehmen nicht, wie sie sich im Internet überhaupt positionieren können, bzw. was das bedeutet. Als Beispiel, wie man sich dieses Wissen aneignen kann, stelle ich beispielhaft einen Kurs der Social Media Akademie zu diesem Thema vor.

Personalmanagement 2.0
Thema des Lehrgangs ist es, sich im Mitmachweb 2.0 als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und auf diese Weise dafür zu sorgen, auch unter High Potentials ein erstrebenswertes Ziel zu sein. Denn um den talentierten, begabten Nachwuchs ins eigene Boot zu holen, braucht es inzwischen mehr als nur Stellenanzeigen im Internet. Der Lehrgang der Social Media Akademie vermittelt den korrekten Umgang mit den sozialen Netzwerken und zeigt Unternehmen gezielt Möglichkeiten auf, wie sie für sich selbst die besten Bewerber aus dem potenziellen Mitarbeiterpool schöpfen können. Das Ziel ist es, strategisch eine lebendige Kommunikation durch soziale Medien aufzubauen und deren Wert in den Bewerbungsprozess einfließen zu lassen. Zu den konkreten Themen des Lehrgangs Personalmanagement 2.0 gehören unter anderem eRecruiting, Culture Clash, Digital Natives, Arbeitgebermarke und Employer Branding.
Der Online-Lehrgang richtet sich an jeden Teilnehmer, der beruflich mit Personal zu tun hat. Personalleiter und HR-Manager sind ebenso angesprochen wie Recruiter, Personaldienstleister und Agenturen. Auch Betreuer für Personalmarketing können aus dem Lehrgang lernen und wichtige neue Erkenntnisse gewinnen, die ihnen dabei helfen werden, ihre Arbeitsabläufe effektiver zu gestalten und neue Wege zu finden, die Crème de la Crème unter den Bewerbern zu finden.

Es handelt sich bei Personalmanagement 2.0 um einen reinen Online-Lehrgang, irgendwie wäre ein Offline-Kurs zu diesem Thema auch einen Hauch unpassend. Es wird während des Lehrgangs zwei interaktive Online-Vorlesungen geben. In denen können die Teilnehmer den Dozenten direkt ihre Fragen stellen und bekommen sofort eine Antwort – ganz im Sinne des Web 2.0. Wer nicht zu den Online-Vorlesungen erscheinen kann, hat online weiterhin darauf Zugriff – sowohl die Vorlesungen als auch weitere Lernmaterialien sind 24 Stunden am Tag von jedem Teilnehmer einsehbar, so dass diese die Freiheit haben, sich ihre Zeit nach Belieben einzuteilen. Sollte es noch Fragen geben, stehen immer Ansprechpartner zur Verfügung – sowohl für technische Schwierigkeiten als auch für inhaltliche Unklarheiten, die man gerne im persönlichen Gespräch mit einem Fachmann klären möchte.

Christian Reiss | 2 Comments | Tags: Allgemein, E-Learning, Personalmarketing

11 Oktober 2010 - 21:20Neues Seminarportal für Personaler

Nachdem ich gefühlte 1000 Spamkommentare in diesem Blog gelöscht habe, melde ich mich wieder. Vor Monaten hatte ich angekündigt, dass es ein Seminarportal auf www.personaler-online.de geben würde und jetzt, jetzt ist es da. Der Launch war still und heimlich vor einigen Tagen und alle Funktionen des Portals klappen. In dem Portal gibt es fünf Bereiche:

  1. Arbeitsrecht,
  2. Personalmanagement,
  3. Personalabrechnung
  4. IT-Lösungen
  5. und weitere Themen

Wer interessiert ist, kann gerne reinschauen und sich für Seminare anmelden. Die Seminare in dem Portal sind allesamt von Forum Institut, dass sich einen Namen mit qualitativ hochwertigen Seminaren gemacht hat. Ich bin gespannt, wie das Angebot angenommen wird und freue mich über Feedback.

Christian Reiss | 1 Comment | Tags: Allgemein

24 März 2010 - 13:13Tatsache: Personaler googeln Bewerber und nutzen die Informationen aus dem Internet

Googeln Unternehmen Bewerber? Letztens kommentierte ich erst einen Bericht der Zeit Online zu diesem Thema. Dort wurden 10 DAX Unternehmen befragt, ob sie Bewerber googeln. Zwei Drittel der Befragten verneinte dies. Nun wurde dieses Thema mit einem verdeckten Experiment systematischer betrachtet. Holger Brecht-Heitzmann, Marcel Gröls und Thorsten Reichmuth untersuchten ob kompromittierende Einträge im Internet wirklich einen Einfluss auf die Chancen eines Bewerbers haben.

Seit Jahren werden Bewerber davor gewarnt Informationen über sich in das Internet zu stellen, die negativ interpretiert werden könnten. Um dieses Thema ranken sich mittlerweile schon Geschäftsideen. Unternehmen bieten an persönliche Daten aus dem Internet zu entfernen. Auf der anderen Seite gibt es Internetdienste, die sich auf die Personensuche im Internet spezialisiert haben und nach der Eingabe eines Namens alle verfügbaren Informationen über diese Person aus dem Netz filtern. Aber, werden Bewerber zu recht gewarnt oder kann das Internet überhaupt nicht zur Karrierefalle werden? (weiterlesen …)

Christian Reiss | 13 Comments | Tags: Allgemein, Recruiting

23 März 2010 - 11:53manage_HR, kosteloses ePaper

Letztens bin ich auf das HR-ePaper von managerseminare.de hingewiesen worden. Dies ist ein HR-Magazin, das kostenlos als ePaper gelesen werden kann. Mir wurde gesagt, dass dieses Magazin meinen Lesern sicherlich gefallen würde.

Ich muss gestehen, ich lese ePaper nicht, da mir deren Usability zu schlecht ist und das obwohl ich an einem 24″ Bildschirm sitzen (Ja, Monitorgröße und Leistung stehen im Zusammenhang). Das ewige Vergrößern und Verkleinern und das Hin- und Herschieben mit der Maus ist mir zu mühselig beim Lesen.

Wer sich das ePaper dennoch anschauen möchte, findet es auf der Seite von managerseminare.de, es heißt manage_HR.

Christian Reiss | No Comments | Tags: Allgemein

1 März 2010 - 10:56Das Googlen von Bewerbern

Die Zeit fragte Konzerne, ob sie ihre Bewerber googeln. Etwa 2/3 der antwortenden Konzerne verneinten dies. Zwei davon mit der Begründung, dass googeln aus Zeitmangel nicht angewendet wird. Die schiere Masse der Bewerbungen würde das Unmöglich machen. Das ist ein komisches Argument, da das Googeln nicht als Screeninginstrument im Recruiting eingesetzt werden sollte. Große Bewerberzahlen zu googeln ist weder möglich noch sinnvoll. Effektiv nutzen kann man das Googeln frühestens nach einer ersten Vorauswahl!

Christian Reiss | 4 Comments | Tags: Allgemein, Recruiting

24 Februar 2010 - 12:28Coaching Magazin kostenlos zum Download

Das Coaching Magazin von Christopher Rauen (Herausgeber) wurde letztes Jahr aus der Wiege gehoben. Mit Thomas Webers konnte damals ein erfahrener Journalist aus dem Personalbereich als Chefredakteur gefunden werden. Für welchen Coachinginteressierten das noch nicht genug gute Gründe waren, um das Magazin zu testen, der kommt jetzt um einen Test nicht mehr herum. Die aktuelle Ausgabe (1/10) kann kostenlos als pdf heruntergeladen werden. Vorweg schon einmal ein Auszug aus dem 66 Seiten starken Inhalt:


  • Thomas Webers im Coaching-Interview mit Horst Rückle
  • Konzeption: Über den bewussten Einsatz der Intuition im Coaching (Mathias Blenke)
  • Praxis: Wenn einer eine Reise tut . Vorbereitungs-Coaching für Reiseleiter (Timo Hinrichsen)
  • Praxis: Wer soll in unseren Coach-Pool? Professionell Coachs auswählen (Heidi Reimer)
  • Spotlight: Coaching in turbulenten Zeiten. Was die Krise aus und mit Coaching macht (Dr. Karin von Schumann und Charlotte Goldstein)
  • Coaching-Tool: Mit “Gaben” die Wirksamkeit im beruflichen Alltag erhöhen (Juliane Delkeskamp)
  • Wissenschaft: Was geschieht in Coaching-Prozessen? Zur Rekonstruktion der “sozialen Grammatik” von Coaching (Prof. Dr. Harald Geißler)
  • Philosophie: Über die Kunst des Beobachtungsmanagements (Univ.-Prof. em. Dr. Dr. h.c. Siegfried J. Schmidt und Dr. Walter Schwertl)
  • Pro und Kontra: Life-Coaching (Dr. Elke Berninger-Schäfer und Günter Mohr)
  • Rezensionen: Lebenscoaching; Handbuch Systemisches Coaching; Life Balance und Selbststeuerungskompetenzen; Kuck mal, wer da coacht!
  • Humor: Conrad Coach – Wenn der Markt nicht zum Coach kommt.

Christian Reiss | 2 Comments | Tags: Allgemein, Coaching

18 Dezember 2009 - 12:02Age Management

Der demographische Wandel kommt, nicht heute, nicht morgen, aber in den nächsten Jahren. 2006 warnte Hilmar Schneider vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit auf einer Tagung: “Innerhalb der nächsten 10 Jahre wird die Generation der Leistungsträger in deutschen Unternehmen, die Generation der 35-45-Jährigen, um 2,5 Millionen gegenüber heute schrumpfen”. Das bedeutet nicht, dass in den nächsten 10 Jahren keine Arbeitskräfte auf dem Markt sein werden. Zunächst bedeutet es, dass das Durchschnittsalter der Arbeitnehmerschaft in Deutschland steigen wird. 2015 wird jeder dritte Arbeitnehmer über 50 Jahre alt sein. Und das Durchschnittsalter wird danach weiter steigen. Demographischer Wandel

Personalabteilungen nicht vorbereitet

Auf die kontinuierliche Alterung ihrer Mitarbeiter sind nur die wenigsten Unternehmen und Personalabteilungen vorbereitet. Die Personalarbeit ist auf jüngere Mitarbeiter zugeschnitten. Nicht umsonst ist gerade das Talent Management in aller Munde. Allerdings zeigt dies auch den Fokus, den Personalabteilungen in Deutschland haben. Konzepte für ältere Mitarbeiter findet man dagegen seltener. Hinweise dafür findet man in einer Studie des Marktforschungsinstituts Dialego, die im Auftrag der Unternehmensberatung Accenture durchgeführt wurde. Hier bemängeln 63 Prozent der befragten älteren Mitarbeiter, dass ihre Bedürfnisse in Bereichen wie Gesundheit, Mitarbeiterführung und Karriereentwicklung zu wenig Berücksichtigung finden.

Die Vernachlässigung von älteren Mitarbeitern in den Strategien der Personalabteilungen veranlasste die Bundesregierung das Bundesprogramm Perspektive 50 plus zu initieren. Mit ihm werden jährlich regionale Unternehmen ausgezeichnet, die besonderes Engagement bei der Integration von älteren Arbeitssuchenden zeigten. Die Personalsuche auf fähige, ältere Arbeitssuchende erfolgreich auszudehnen, wird bei den aktuellen und kommenden Schwierigkeiten Fach- und Führungskräfte zu finden, ein wichtiger Baustein bei der Besetzung freier Stellen sein. (weiterlesen …)

Christian Reiss | 7 Comments | Tags: Allgemein