Eine Meldung des Vereins deutscher Ingenieure (VDI) machte mich neugierig. In dieser Meldung sagte Timo Taubitz, GeschĂ€ftfĂŒhrer des VDI Wissensforum, als er ĂŒber die Weiterbildung von Facharbeitern sprach, folgendes:
Zehn bis zwölf Tage (Weiterbildung) sind aber nötig, um technisch immer auf dem höchsten Niveau sowie den Anforderungen im beruflichen Alltag stetig gewachsen zu sein.
10-12 Tage sind, wie Herr Taubitz auch an anderer Stelle sagt, 5% der Arbeitszeit im Jahr. Diese Weiterbildungszeit folgerte der VDI aus den Ergebnissen seiner letzten VDI-Ingenieursstudie.
Ich frage mich nun, stimmt dieser Wert, ist er zu niedrig, oder zu hoch angesetzt? In wie weit kann er auf verschiedene Branchen und TĂ€tigkeitsgebiete ĂŒbertragen werden?
Zu diesem Thema: “Wieviel Weiterbildung braucht ein Arbeitnehmer, um auf dem Laufenden zu bleiben?” möchte ich eine Blog-Parade starten. FĂŒr mich hört es sich zu einfach an, dass man kontinuierlich 5% seiner Arbeitszeit in die Weiterbildung steckt und schon hĂ€tte man mit der Weiterbildung kein Problem mehr. Alle MBAs könnte man sich schenken, da sie wohl weit mehr als 5% der Arbeitszeit schlucken. Also, was denkst du, wie viel Weiterbildung ist nötig, um up to date zu bleiben. Oder, wie viel Weiterbildung brauchst DU, um up to date zu bleiben?
Diese Blog-Parade wird vom StudienVerlag mit einem Jahresabonnement der Zeitschrift fĂŒr e-Learning gesponsert. Die Zeitschrift fĂŒr e-Learning bietet vierteljĂ€hrlich wissenschaftliche Erkenntnisse aufbereitet fĂŒr die Praxis. Im Jahr 2009 werden in den Heften folgende Themenschwerpunkte gesetzt:
1/09 E-Learning in Massenveranstaltungen
2/09 E-Lerning im Gesundheitswesen
3/09 E-Learning in der Schule
4/09 âGame-based Learning”
Mitmachen kann natĂŒrlich jeder Blogger, indem er/ sie einen Beitrag zu dem Thema schreibt. Aber auch “Nicht-Blogger” können gerne die Kommentarfunktion nutzen, um ihre Meinung zu Ă€uĂern. Allerdings können nur Blogger mit denen ich nicht geschĂ€ftlich verbunden bin, das Jahresabonnement gewinnen. Die Blogparade endet am 16.2.2009, danach wird das Abo unter den Bloggern die teilgenommen haben verlost.
Wenn ich die Frage beantworten soll, wie viel Weiterbildung ich benötige, um up to date zu bleiben, dann frage ich mich zunĂ€chst, wo Weiterbildung anfĂ€ngt? Das blose Lesen von Fachzeitschriften und FachbĂŒchern wĂŒrde ich zur Weiterbildung dazuzĂ€hlen und dann kĂ€me ich auf einen Wert der ĂŒber 12 Arbeitstagen liegt. Eine Weiterbildung die ich letztes Jahr mitmachte und die ĂŒber SAP ERP ging, war auf 144 Stunden (18 Arbeitstage) ausgelegt. Ich habe mich also wesentlich lĂ€nger als 12 Arbeitstage im letzten Jahr weitergebildet. Ob ich objektiv betrachtet diese Weiterbildungen brauchte, kann ich nur schwer einschĂ€tzen. Ich finde schon, sonst hĂ€tte ich an der Weiterbildung natĂŒrlich auch nicht teilgenommen.
Jetzt wo ich stĂ€rker darĂŒber nachdenke merke ich, es ist einfach zu sagen, wie viele Weiterbildungen gemacht wurden, wesentlich schwieriger aber möglichst objektiv zu bewerten, wie hoch der eigene Bedarf an Weiterbildung ist, um auf einem hohen Level in seinem Fachbereich zu bleiben. Vielleicht ist das in anderen Berufesgruppen vollkommen anders und man kann den Weiterbildungsbedarf zumindest eingrenzen, ich bin gespannt.
BeitrÀge:
Im Softwareentwickler-Blog schreibt Carsten Seifert, dass 5% Weiterbildung ein realistischer Wert sein können, aber er unterscheidet zwischen Weiterbildungen die das Fachwissen fĂŒr den aktuellen Job vermitteln und Fortbildungen, die einen Wissen fĂŒr eine höhere Position vermitteln. Bei letzterem mĂŒsse man wesentlich mehr als 5% der Arbeitszeit einplanen.
Im Webstandard-Blog wird neben der Frage wie lange man sich weiterbilden sollte, wie man sich weiterbilden kann. BĂŒcher, Feeds, Schulungen, die meisten Leser des Blogs kommen aus dem IT-Bereich und geben an eher nicht zu Schulungen zu gehen, aber dafĂŒr mindestens 10% der Arbeitszeit in die Weiterbildung zu investieren. Diese Zeit wird vor allem mit dem Lesen von Fachzeitschriften und Fachblogs verbracht.
Eva Zils schreibt im Online-Recruiting Blog darĂŒber, wie viel Zeit Sie in ihrem Beruf in die Weiterbildung stecken muss. Eva ist, wie Name ihres Blogs bereits vermuten lĂ€Ăt, im Online Recruiting tĂ€tig und berĂ€t ihre Kunden im internationalen E-Recruiting Strategien. In diesem Bereich ist wichtig, sich tĂ€glich weiterzubilden, weil die Branche sehr schnelllebig ist. Dies lĂ€Ăt zwar keinen Schluss darauf zu, wie viel Zeit man fĂŒr die Weiterbildung braucht, zeigt aber, dass es in solchen Branchen wenige groĂe Fortbildungen im Jahr kein adequates Mittel zur Weiterbildung sind.
Judith Thoma, Bloggerin im RhetorikBlog, legt nahe bei Weiterbildungen im Kommunikationsbereich nicht eine 1-2 tĂ€gige Fortbildung zu besuchen, sondern eine Reihe von Fortbildungen die insgesamt bis zu 12 Tage im halben Jahr dauern können. Der Grund dafĂŒr ist, dass mit einmaligen, 1-2 tĂ€gigen Seminaren nicht alles ĂŒber die Rhetorik vermittelt werden kann. Wer sich im Kommunikationsbereich weiterbilden möchte, sollte demnach mehr Zeit mitbringen.
bulldrink schreibt in seinem Blog Traumjob Mediengestalter? ĂŒber die Notwendigkeit sich als Mediengestalter weiterzubilden. An seinem Beispiel sieht man, dass Weiterbildungaufwand teilweise fremdgesteuert ist. Im Bereich des Mediendesigners: Je schneller neue Software veröffentlicht wird, desto eher muss man sich weiterbilden, um mit den Neuentwicklungen Schritt zu halten.
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