Personaler Blog

In diesem Blog schreiben HR-Experten über ihr jeweiliges Fachgebiet. Lesen Sie welche Meinung andere Personaler zu verschiedenen Personal- themen haben.

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29 Juni 2008 - 20:45Bundesarbeitsgericht bestätigt bisherige Rechtsprechung beim Kündigungsschutzprozess

In einer neueren Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts ging es um den Geltungsbereich des Kündigungsschutzgesetzes. Denn § 23 I KSchG stellt eine Sonderregelung für Kleinbetriebe dar.

㤠23 Geltungsbereich

(1) 1Die Vorschriften des Ersten und Zweiten Abschnitts gelten für Betriebe und Verwaltungen des privaten und des öffentlichen Rechts, vorbehaltlich der Vorschriften des § 24 für die Seeschiffahrts-, Binnenschiffahrts- und Luftverkehrsbetriebe. 2Die Vorschriften des Ersten Abschnitts gelten mit Ausnahme der §§ 4 bis 7 und des § 13 Abs. 1 Satz 1 und 2 nicht für Betriebe und Verwaltungen, in denen in der Regel fünf oder weniger Arbeitnehmer ausschließlich der zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten beschäftigt werden. 3In Betrieben und Verwaltungen, in denen in der Regel zehn oder weniger Arbeitnehmer ausschließlich der zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten beschäftigt werden, gelten die Vorschriften des Ersten Abschnitts mit Ausnahme der §§ 4 bis 7 und des § 13 Abs. 1 Satz 1 und 2 nicht für Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis nach dem 31. Dezember 2003 begonnen hat; diese Arbeitnehmer sind bei der Feststellung der Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer nach Satz 2 bis zur Beschäftigung von in der Regel zehn Arbeitnehmern nicht zu berücksichtigen. 4Bei der Feststellung der Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer nach den Sätzen 2 und 3 sind teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer mit einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von nicht mehr als 20 Stunden mit 0,5 und nicht mehr als 30 Stunden mit 0,75 zu berücksichtigen.“

Dies bedeutet, dass ordentliche Kündigungen in Kleinbetrieben einer sozialen Rechtfertigung nicht bedürfen. Der Vorschrift kann man entnehmen, dass solche Betriebe gemeint sind, die in der Regel zehn oder weniger Arbeitnehmer beschäftigen.

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Roland Hoheisel-Gruler | 1 Comment | Tags: Arbeitsrecht

29 Juni 2008 - 13:36Serious Games

Spielend lernen, bei diesem Audruck denkt man an Schulkinder, die Rechenaufgaben in einem Computerspiel lösen müssen, damit sie ein Level weiter kommen. Spielend lernen können aber auch Mitarbeiter von Unternehmen. Serious Games nennt man Spiele, die Wissen und Computerspiele kombinieren.

Der Marketingleiter der Dr. Thorsten Bosch AG, ein Unternehmen das solche Spiele entwickelt, nennt im Handesblatt den Grund, weswegen Spiele gute Wissensvermittler sind:

An den ersten Kuss kann sich jeder erinnern, an die erste Mathestunde dagegen nicht.

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Christian Reiss | No Comments | Tags: Allgemein, E-Learning

26 Juni 2008 - 12:31Schwer verdientes Geld wird nicht riskiert

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Arbeits- & Organisationspsychologie (2008(2), 91 – 96) beschreibt Stephan Muehlbacher in seiner Studie zwei Experiemte, die auf dem ersten Blick nichts mit Personalarbeit zu tun haben, deren Ergebnisse auf den zweiten Blick aber schon Relevanz für die Personalarbeit besitzen.

In der Studie geht es darum, ob Arbeitnehmer eher Steuer hinterziehen, wenn sie ihr Geld hart erarbeitet haben, oder wenn sie ihr Geld leicht verdienen. Ein wichtiger Faktor bei Steuerhinterziehungen ist natürlich das Risiko erwischt zu werden. Dieses Risiko wurde den Versuchteilnehmern mitgeteilt. Die Chance und das Risiko Geld durch Steuerhinterziehung zu gewinnen, oder zu verlieren war bekannt.

Es zeigte sich, dass man bei schwer erarbeitetem Geld eher das Risiko scheut erwischt zu werden und im Endeffekt weniger Geld zu haben, als wenn man ehrlich gewesen wäre. Leicht verdientes Geld wird eher riskiert. Die Annahme, dass gerade diejenigen, die ihr Geld schwer erarbeiten, versuchen noch schnell leichtes Geld zu bekommen, indem sie Steuer hinterziehen, kann man zurückweisen, da in diesem Falleine größere Risikoaversion zu tragen kommt.

Ein Fazit ist also: Schwer erwirtschaftetes Geld wird nicht riskiert.

Ein Fazit, das auch im Personalbereich zu beachten ist. (weiterlesen …)

Christian Reiss | 1 Comment | Tags: Allgemein, Retention Management

23 Juni 2008 - 16:54Im Osten was Neues: die eLearning Baltics in Rostock

Raumgreifend thront die Stadthalle am Südring der Rostocker Südstadt. Hier fanden vom 18.-19. Juni die IT-Tage Mecklenburg-Vorpommern statt, die sich als Messekongress dieses Jahr auf die Anwendungsbereiche eLearning sowie eHealth konzentrierten. Der eLearning Teil fand unter dem Namen eLearning Baltics (eLBa) statt und war inhaltlich von dem ortsansässigen eLearning Anbieter Copendia vorbereitet worden. Die vom Wirtschaftsminister des Landes eröffneten IT-Tage hatten mit den Professoren Peter Baumgartner (Universität Krems) sowie Herrmann Maurer (Universität Graz) zwei akademische Zugpferde im eLBa-Programm, das den etwa 160 Teilnehmern jedoch keineswegs ein rein universitäres Workshop-Angebot machte. (weiterlesen …)

Onno Reiners | No Comments | Tags: Allgemein, E-Learning

17 Juni 2008 - 18:26Arbeitsverträge richtig formulieren

Wenn man bei der Gestaltung von Arbeitsverträgen besondere Vorsicht walten lässt, kann dieses hinterher vor unliebsamen Überraschungen schützen.

So unterliegen Formulararbeitsverträge der AGB-Kontrolle. Überraschende Klauseln sind, so die gesetzlich angeordnete Rechtsfolge, nichtig.

 Unlängst hatte nun das Bundesarbeitsgericht einen Fall zu entscheiden, bei dem im Formulararbeitsvertrag zwei unterschiedliche Befristungszeiträume genannt waren. Während im § 1 und im Fettdruck die Dauer des Arbeitsverhältnisses auf ein Jahr befristet war, fand sich im Fließtext und im Zusammenhang mit der Probezeit die Klausel, dass nach Ablauf der 6-monatigen Probezeit das Arbeitsverhältnis ende, ohne dass es einer gesonderten Kündigung bedürfe.

Was soll denn nun gemeint sein, war die Frage. Etwa erstmal ein halbes Jahr, und wenn das gutgeht, noch ein halbes obendrauf ?

Alle Instanzen indes sahen es anders: Die Klausel im Zusammenhang mit der Probezeit ist eine überraschende Klausel. Damit verstößt sie gegen die Regelung des § 305 c Absatz 1 BGB und ist nichtig.

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16. April 2008 – 7 AZR 132/07 -

Vorinstanz: Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 24. Januar 2007 – 3 Sa 489/06 -

Roland Hoheisel-Gruler | No Comments | Tags: Arbeitsrecht

16 Juni 2008 - 14:00Kündigung eines Busfahrers wegen des Entzugs einer „betrieblichen Fahrerlaubnis“

Das Bundesarbeitsgericht hatte jüngst einen Fall zu entscheiden, bei dem es um eine betriebliche Fahrerlaubnis eines Busfahrers ging. Der Fall ist aber über den Bereich der Betriebe im öffentlichen Nahverkehr hinaus interessant für die Bereiche, in denen es zusätzlich zu behördlichen Erlaubnissen noch betriebliche Erlaubnisse ausgestellt werden.

Die Arbeitgeberin betreibt ein öffentliches Nahverkehrsunternehmen. Der Kläger war bei ihr als Busfahrer angestellt. Hier hatte nun die Arbeitgeberin eine solche „betriebliche Erlaubnis“ zusätzlich zum normalen Füherschein erteilt gehabt. Aufgrund behaupteter Verstöße hatte der Betriebsleiter diese betriebliche Fahrerlaubnis entzogen.  (weiterlesen …)

Roland Hoheisel-Gruler | No Comments | Tags: Arbeitsrecht

10 Juni 2008 - 15:42Diversity Video

Via KnowHR entdeckt: Ein sehr interessantes und amüsantes Video über Diversity in den USA. Viel Spaß!

 

Christian Reiss | No Comments | Tags: Allgemein

4 Juni 2008 - 23:44Möglichkeit zur Einsparung von Entsendekosten – School Fees

In Zeiten der Globalisierung nehmen die Personalentsendungen immer mehr zu. Für die Personalprofis liegt die Herausforderung schon lange nicht mehr nur in der erfolgreichen und fehlerfreien Abwicklung der Entsendungen, sondern vielmehr in der für die Unternehmen und Mitarbeiter kostengünstigen Abwicklung.

Eine Möglichkeit den deutschen Mitarbeitern mit schulpflichtigen Kindern im Ausland eine Alternative zu den teuren International Schools zu bieten, liefert das Konzept der Deutschen Fernschule (www.deutsche-fernschule.de). Hier können die Kinder weiterhin über Fernunterricht die deutschen Lehrpläne bearbeiten und eine spätere Reintegration in das deutsche Schulsystem wird erleichtert.

Annika Wolter | No Comments | Tags: International HR

1 Juni 2008 - 21:02Vorsicht bei einer doppelten Schriftformklausel

Das Bundesarbeitsgericht musste sich wieder mit der AGB-Kontrolle einer doppelten Schriftformklausel befassen.

Dreh- und Angelpunkt ist jeweils der § 307 Absatz 1 Satz 1 des BGB:

„(1) 1Bestimmungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind unwirksam, wenn sie den Vertragspartner des Verwenders entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen benachteiligen.“

Der Prüfung unterliegen bekanntermassen auch Arbeitsvertragsklauseln, wenn sie vom Arbeitgeber vorformuliert Verwendung finden. Bei der Prüfung von allgemeinen Geschäftsbedingungen ist immer auch die Bestimmung im § 305b BGB zu beachten, wonach individuelle Vertragsabreden Vorrang genießen:

㤠305b Vorrang der Individualabrede

Individuelle Vertragsabreden haben Vorrang vor Allgemeinen Geschäftsbedingungen.“

Das Bundesarbeitsgericht hatte nun einen Formulararbeitsvertrag zur Prüfung vorliegen, der ein doppeltes Schriftformerfordernis enthielt, wonach einerseits Änderungen und Ergänzungen des Arbeitsvertrages der Schriftform bedurften, andererseits auch der Verzicht hierauf seinerseits der Schriftform bedurfte.  (weiterlesen …)

Roland Hoheisel-Gruler | No Comments | Tags: Arbeitsrecht