29 Oktober 2009 - 11:56Bis aufs Blut
Ich bin Verfechter einer gut durchdachten, der zu besetzenden Stelle angepassten, arbeitsrechtlich einwandfreien, objektiven und spĂ€ter evaluierten Personalauswahl. Der Kandidat soll nicht nicht auf die Stelle passen (was in der Eignungsdiagnostik etwas vollkommen anderes ist, als wenn er passen soll). DafĂŒr sollte man je nach Anforderungsprofil der Stelle die richtigen Instrumente der Personalauswahl nutzen.
Wer hÀtte gedacht, dass Stellenanforderungen bei Daimler so extrem sind, dass dort mit einem Bluttest gearbeitet werden muss. Bluttests werden bei Daimler im Bewerbungsverfahren angewandt. Blut wird den Bewerbern entnommen und untersucht. Worauf weià man nicht genau, man weià aber, dass sich das Daimlerwerk in Bremen im Umgang mit medizinischen Daten von Mitarbeitern bereits einen gewissen Ruf verdient hat.
Eine arbeitsrechtlich Ă€uĂerst bedenkliche Praxis, denn generell darf nur abgefragt / getestet werden, was nötig ist um die zu besetzende TĂ€tigkeit auszuĂŒben. Da fragt man sich, was die Mitarbeiter bei Daimler machen mĂŒssen, was einen Bluttest rechtfertigt.
EDIT: Hier ein Interview mit dem Leiter des Bereichs Gesundheitsmanagement und Arbeitsschutz und Leitendem Konzernarzt von Daimler, Dr. med. Helmut Schmidt im Daimler Blog. In dem Interview wird leider nicht geklĂ€rt fĂŒr welche Stellen Blutproben entnommen werden. Der Versuch den Bluttest als freiwillig darzustellen ist absurd…
Christian Reiss | 3 Comments | Tags: Personalauswahl, Allgemein
