Personaler Blog

In diesem Blog schreiben HR-Experten über ihr jeweiliges Fachgebiet. Lesen Sie welche Meinung andere Personaler zu verschiedenen Personal- themen haben.

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25 Januar 2008 - 14:05Freiwilliges Arbeitsengagement

Heute wurde ich von einem Fachverlag angesprochen, ob ich Interesse an einer Veröffentlichung meiner Diplomarbeit hätte. Zum Glück stand der Titel der Arbeit dabei: Bedingungen des freiwilligen Arbeitsengagements, sonst hätte ich das Thema der Arbeit nicht mehr gewusst, denn sie liegt bereits gefühlte 30 Jahre hinter mir ;)

Da die meisten von Ihnen, wenn nicht alle, an Personalthemen interessiert sind, frage ich doch einfach Sie, ob Sie Interesse hätten ein Buch zu diesem Thema zu lesen. Eine bessere Fachmeinung als hier, kann ich wohl kaum bekommen. Nachstehend eine kurze Erläuterung, damit Sie sich ein Bild machen können.

Was ist Freiwilliges Arbeitsengagement (Organizational Citizenship Behavior / Citizenship Behavior)?

Jeder Mitarbeiter eines Unternehmens engagiert sich bei der Arbeit, der eine mehr, der andere weniger und die meisten erfüllen ihre vertraglich festgeschriebenen Pflichten. Das frewillige Arbeitsengagement meint die Arbeiten und unternehmenswohlgesonnen Aktionen eines Mitarbeiters, die nicht vertraglich festgeschrieben sind. 

Drei Beispiele: Ein T-mobile-Mitarbeiter schreibt in meinen letzten Blogeintrag, dass mein Problem mit seinem Unternehmen nur ein Zufall sei. Normalerweise sei T-mobile ein sehr serviceorientiertes Unternehmen, wenn nicht sogar das beste Telko-Unternehmen deutschlandweit. Dies wäre ein Beispiel für Loyalität gegenüber der eigenen Firma, die vertraglich nicht festgeschrieben ist.

Beispiel zwei: Die Mitarbeiter eines Unternehmens helfen sich immer gegenseitig, neuen Mitarbeitern wird von jedem stark geholfen, so dass diese sich sehr schnell in dem Unternehmen zurechtfinden. Bei diesem Beispiel helfen Mitarbeiter eines Unternehmens anderen Mitarbeitern, damit diese bessere Arbeit leisten können. Auch dies ist nicht vertraglich festgelegt und muss somit nicht von Mitarbeitern gemacht werden.

Beispiel drei: Dem Unternehmen geht es wirtschaftlich schlecht. Es erklärt seinen Mitarbeitern, dass eine Lohnkürzung unausweichlich ist. Die Mitarbeiter sind beunruhigt, sie jammern jedoch nicht, sondern strengen sich mit dem Unternehmen nur noch stärker an, um aus den roten Zahlen zu kommen. Dieses Verhalten unterscheidet sich von einer Situation in der Mitarbeiter lange Lamentieren und eher weniger arbeiten, weil sie weniger Geld bekommen.

Ein standardisierter Fragebogen zum freiwilligen Arbeitsengagement zeigt, dass dieses Arbeitsengagement von Unternehmen zu Unternehmen variiert. Gut, wenn man einen hohen Wert auf diesem Fragebogen als Unternehmen hat. Meine Arbeit beschäftigt sich nun damit welche Bedingungen ein Unternehmen erfüllen muss, damit seine Mitarbeiter ein hohes Maß an freiwilligen Arbeitsengagement aufweist.

Ich finde das sehr spannend, habe mich aber auch lange mit dem Thema beschäftigt und bin daher wohl kaum objektiv. Wie sehen Sie das?

Christian Reiss | 3 Comments | Tags: Allgemein, Führung

Comments:

  1. Jana Knott says;
    29 Jan 2008 - 9:35

    Noch heute ist das Thema OCB aktuell, gerade im Hinblick auf die organisationalen Veränderungen. Stellenabbau, Umstrukturierungen etc. werden z.T. als unfair und bedrohlich von den Beschäftigten wahrgenommen. Die Arbeitsweise/das Engagement kann dabei sehr darunter leiden. Wie können nun Firmen trotzdem ihre Mitarbeiter “dazu bringen”, weiterhin engagiert zu arbeiten?

  2. Viel hängt da natürlich von der Führungskraft ab. Nicht umsonst titelte auch letztens ein Personalberater in einem Artikel: Mitarbeiter verlassen den Chef und nicht das Unternehmen.

  3. [...] Weitersagen 30 Jahre, Diplomarbeit, Organizational Behavior, Organizational Citizenship Behavior [...]

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