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18 Dezember 2007 - 10:35Mit Kreativität die Wunschmitarbeiter gewinnen

Scott Youngblood, Designer von Videospielen, bekam vor einigen Monaten ein Päckchen. Verwundert, da er nur selten nicht elektronische Post bekommt, öffnete er das Päckchen. Es enthielt einen iPod auf dem sein Name eingraviert war, Scott Younglood. Überrascht über den kuriosen Inhalt dieses kuriosen Päckchens drückte der Spieledesigner auf Play und der iPod spielte den ersten Track ab. Musik konnte er nicht hören, aber die Stimme seines zukünftigen Chefs.Die Stimme von Mark Kern, Geschäftsführer von Red 5 Studios Inc. einem kürzlich gegründeten Videospielehersteller, ertönte. Er sprach über Scott Youngbloods zurückliegende Arbeiten und über die Computerspiele an denen Scott Youngblood mitgewirkt hatte. Im Anschluß lud die Stimmer von Mark Kern den nun vollends verdutzten Spieleentwickler zu einem Berwebungsinterview ein. Scott Youngblood war überwältigt und einen guten Monat später verließ er seinen Arbeitgeber Sony Corp.’s Sony Computer Entertainment America und heuerte bei Red 5 an.

Diese ungewöhnliche Recruitingpraxis war aus der Not geboren. Red 5 musste seine Belegschaft von ca. 30 Mitarbeitern verdoppeln, doch die üblichen Rekrutierungswege brachten keinen Erfolg. Es kam dann zu dieser außergewöhnlichen Rekrutiermaßnahme. Die Mitarbeiter von Red 5 trugen die Namen ihrer Wunschmitarbeiter zusammen und recherchierten was diese in ihrer Vergangenheit genau gemacht haben. Danach besprachen sie einen iPod mit einem vollkommen personalisierten Text. Insgesamt wurden so 20 iPods versandt.

Die Qoute der Einstellungen der so Umworbenen war fantastisch. Nachdem Red 5 vorher Mühe hatte qualifiziertes Personal einzustellen, wurden durch diese Maßnahme 3 Wunschmitarbeiter eingestellt und mit einem Umworbenen ist man im Gespräch.

Eine weitere positive Entwicklung war, dass Red 5 durch diese Personalmarketingaktion schnell bekannt wurde. Die eingehenden Bewerbungen haben sich seither verzehnfacht.

Diese Personalmarketingmaßnahme berichtete unlängst das Wall-Street-Journal. Die zwei entscheidende Punkt liegt meines Ermessens darin, dass es zum einen eine kleine Firma ihren Ruf entscheident zu verbessern bzw. geschafft hat sich bemerkbar zu machen. Zum zweiten sind gerade bei kleinen Firmen die Mitarbeiter entscheidend für den Erfolg. Dann zumindest 3 Wunschmitarbeiter einzustellen ist natürlich traumhaft.

Christian Reiss | No Comments | Tags: Allgemein, Personalauswahl, Personalmarketing, Recruiting

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