Personaler Blog

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5 Februar 2008 - 13:54Personaler halten Belegschaft nicht für unfähig

Unter dem Titel “Bad Boss – Personaler halten die Belegschaft für unfähig“ interpretiert der Karriere-Bibel-Blog eine Studie von IBM, in der Personaler über verschiedene Bereiche der Personal- und Organisationsentwicklung in ihrer Firma befragt werden. Doch es ist anders als im Karriere-Bibel-Blog dargestellt wird, die befragten Personaler halten ihre Belegschaften keineswegs für unfähig. Scheinbar aus plakativen Gründen wurde die Überschrift so gewählt. 36% der befragten Personaler meinen, dass die momentane Qualifikation der Mitarbeiter für ihre Stelle nicht ausreicht. (Was wiederum heißt, dass 64% der Personaler die Qualifikationen der anderen Mitarbeiter als ausreichend empfinden. Alleine deswegen ist der Titel des Beitrags schon schlecht gewählt.)

Die Studie zeigt im Kern auf, dass bessere Personalprozesse in Unternehmen etabliert werden müssen, nicht dass die Personaler von oben auf alle herabschauen und andere Mitarbeiter für unfähig halten.

Darauf deuten auch 74 % der befragten Personaler hin, die nämlich nicht sagen, dass ihr Unternehmen unfähig ist Führungsnachwuchs auszubilden, sondern vielmehr besorgt sind, weil sie ihre EIGENEN Fähigkeiten Führungsnachwuchs zu identifizieren und schnell zu entwicklen nicht zufridenstellend sind.

Christian Reiss | 4 Comments | Tags: Allgemein

Comments:

  1. Hallo.
    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es einige Personaler gibt die, teils sicherlich begründet, an ihren Fähigkeiten zweifeln. Ich glaube, gerade im Bereich Rekrutierungsverfahren gibt es Entwicklungsbedarf. So zeigt sich immer wieder wie zum Beispiel mit Hilfe des Assesmentcenter eher nach dem Zufallsprinzip geeignete Mitarbeiter ausgewählt werden. Und gerade im Bereich Fürhungskräfte sind solche “Fehler” manchmal nicht nur teuer für das Unternehmen.

    Zur Qualifikation der Mitarbeiter (von 36% der Personaler als nicht ausreichend eingeschätzt) nehme ich an, dass der Rückschluß das 64% der Personaler die Qualifikationen als ausreichend empfinden nicht ganz korrekt ist. Man müsste die Skalen der Studie kennen um eine umfassende Aussage zu treffen. (Es könnten ja zum Beispiel Nennungen wie im Schulnotensystem erfolgt sein: Qulifikation sehr gut bis nicht mehr ausreichend.) Zitiert werden in der Zusammenfassung der Studie nur die Aspekte die wesentlich und interessant sind. Insofern würde ich sagen das die Zahlen zueinander passen und die Überschrift als geschrieben wie gemeint aufzufassen ist.

    Die Entwicklung von Human Capital wird “durch ein effektiveres Management der Belegschaft die Innovations- und Leistungsfähigkeit von Unternehmen zu verbessern (IBM)”. Das bezieht sich nicht zuletzt auf die Personaler selbst.

    freundliche Grüsse

  2. Hallo Mandy,
    ich habe jetzt einmal in der Studie nachgeschaut, wie das Item aussieht, in dem es über die fehlende Qualifikation der Mitarbeiter geht.
    Das Item lautet:
    Welches sind für Sie die wichtigsten personalbezogenen Probleme, mit denen Ihre Organisation zu kämpfen hat?

    Vorgegebene Antworten:
    -Unfähigkeit, Fachkenntnisse für die aktuellen/zukünftigen geschäftlichen Anforderungen schnell zu entwickeln
    -Mangelnde Führungsqualität
    -Fachkenntnisse der Mitarbeiter entsprechen nicht den aktuellen Prioritäten der Organisation
    -Unfähigkeit, zusammenzuarbeiten/Wissen mit der gesamten Organisation zu teilen
    -Unfähigkeit, qualifizierte Bewerber zu gewinnen
    -Unfähigkeit, eine engagierte/motivierte Belegschaft aufzubauen
    -Unfähigkeit, Ressourcen an neue Gegebenheiten anzupassen
    -Unfähigkeit, wichtige Mitarbeiter zu halten
    -Arbeitskosten höher als die von Wettbewerbern
    - Probleme der Anpassung der Belegschaft aufgrund lokaler Arbeitsbestimmungen

    Die Teilnehmer der Studie konnten soviele Probleme ankreuzen, wie Sie für richtig hielten.
    Daher würde ich sagen, dass das Ankreuzen einer Option ein “Ja” bedeutet und ein nicht-Ankreuzen ein “Nein”. Das würde bedeuten, dass die 64% verbleibenden Prozent tatsächlich denken es gibt hinsichtlich der Quaklifizierung der Belegschaft kein Problem.

    Gruß,
    Christian

  3. Hallo Christian, sehr interessant, vielen Dank für die Information. Unter diesen Umständen kann man die “Ja” Option akzeptieren (mit einem gewissen Prozentsatz an Enthaltungen, der wie auch immer ins Gewicht fällt oder auch nicht). Warten wir auf die nächste Studie und schauen uns die Entwicklung an.

    Einen schönen, sonnigen Nachmittag wünscht Mandy

  4. Anonymous says;
    28 Jul 2009 - 19:05

    Personaler sind halt Leute , genau wie die meisten Krankenschwestern, die an ihrer eigenen Mittelmäßigkeit leiden (sind halt keine Psychologen und somit nicht zu einer effektiven Eignungsdiagnostik zu gebrauchen) und das am Bewerber auslassen.

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