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11 April 2008 - 12:14Sportevents während der Arbeitszeit angucken

Die Los Angeles Times berichtete letzten Monat über Unternehmen, die es ihren Mitarbeitern erlauben während ihrer Arbeitszeit Sportveranstaltungen zu verfolgen. Als Beispiel wurde die March Madness genannt. Mit dem Wahnsinn im März sind die drei Wochen gemeint, in denen das Endspielturnier des College-Basketballs in den USA augetragen wird.  Innerhalb dieser drei Wochen im März läuft in Amerika nur noch College-Basketball. Die Sportseiten der Zeitungen sind zu 90% gefüllt mit Berichten über dieses Sportevent. Die meisten Amerikaner sind mit irgendeinem College verbunden und fiebern mit ihrem Team mit. Wenn ihr Team herausfliegt, dann halten sie zum Team ihres Vaters, oder ihrer Freunde. Ein wahnsinniges Spektakel, das unglaublich viel Arbeitszeit vernichtet.

John Challenger, Präsident des Outsourcinganbieters Challenger, Gray & Christmas Inc, schätzt, das jährlich durch die March Madness amerikaweit 1,2 Milliarde Dollar vernichtet werden. Brooke Pfautz, Geschäftsführer einer Hypothekenbank, möchte aus dieser Situation gewinn schlagen. Er läßt nun schon bereits zum zweiten Mal während der March Madness einen Großbildschirm aufstellen, auf dem die Mitarbeiter während ihrer Arbeitszeit die Basketballspiele sehen können.

Pfautz ist überzeugt, dass die Moral und die Loyalität in seinem Unternehmen dadurch gesteigert wird. Außerdem stärkt dies das Miteinander, gerade in Firmen, die naturgemäß eine hohe Fluktuationsrate aufweisen. March Madness als Integrationspfeiler. Brooke Pfautz sagt selbet, dass die Auftragsabschlüsse in seiner Firma während dieser Zeit zurückgehen, doch dies nimmt er für die oben genannten Vorteile in Kauf.

Bei allem Verständnis für teambildene Maßnahmen und für die Entwicklung einer entspannten Unternehmenskultur, geht mir die dreiwöchige Aufstellung von Fernsehern im Büro zu weit. Mitarbeiter werden zum arbeiten bezahlt, Maßnahmen, die die Loyalität, Moral, Teamgeist, etc. stärken sollen, machen keinen Sinn, wenn sie so viel Zeit in Anspruch nehmen, dass kaum noch Zeit zum arbeiten bleibt und sogar ein wirtschaftlicher Schaden entsteht.

Pfautz berichtet von Fällen vor dem Aufstellen des Fernsehers, wo sich Mitarbeiter um die Spiele zu sehen aus dem Büro geschlichen hatten. Anstatt einen Fernseher im Büro aufzustellen, hätte ich wohl eher über eine Abmahnung nachgedacht. Wenn ein Spiel wirklich so wichtig für einen Mitarbeiter ist, dass er es verfolgen möchte, kann er auch Überstunden abfeiern oder Urlaub nehmen.

Christian Reiss | No Comments | Tags: Allgemein, Personalmarketing, Retention Management

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