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22 August 2008 - 17:23Trendstudien Bildungsmanagement und eLearning: wohin geht eLearning?

Sowohl das mmb Institut für Medien- und Kompetenzforschung wie auch swiss centre for innovations in learning (scil) sind Institute, bei denen sich ein gelegentlicher Besuch der Webadressen für eLearning Verantwortliche in Unternehmen lohnt. Unter anderem publizieren beide Institute regelmäßig Trendstudien zum Bereich Bildungstechnologie, die hilfreich für die Praxis sein können:

Im Juli 2008 veröffentlichte das mmb-Institut für Medien- und Kompetenzforschung (http://www.mmb-institut.de/2004/start.html) ihre „Learning Delphi Studie 2008“ zu eLearning Trends in den kommenden drei Jahren. 53 Experten, zur Hälfte aus dem Anbieterbereich, zur Hälfte aus Wissenschaft, Beratung und Anwendungsunternehmen, lieferten die Aussagen für die seit 2006 begonnene Learning Delphi Reihe von mmb.

Laut Studie haben vor allen Dingen neue Lerntechnologien eine Zukunft, die das informelle Lernen „on demand“ unterstützen. Zu diesen Elementen gehören laut Studie insbesondere Lerner Communities, Wikis, semantische Suchmaschinen und virtuelle Klassenzimmer. Ganz am Ende der Rangliste liegen kurzlebige Hypethemen wie Weblogs, Podcasts und virtuelle Welten wie Second Life. Als Trendthemen für 2008 werden „Social Networks“, Open Content“, „Personalisierung“ und „Game Based Learning“ genannt.

Weiterhin werden Großunternehmen als erfolgversprechendste Zielgruppe für den eLearning-Einsatz genannt. Schulen, Universitäten, Behörden und KMUs folgen mit großem Abstand und Selbständige und das Handwerk rangieren weit hinten in der eingeschätzten eLearning Bereitschaft.

Anfang des Jahres veröffentlichte das scil-Institut die „Trendstudie 2008 – Herausforderungen für das Bildungsmanagement in Unternehmen“ (http://www.scil.ch/index.php?id=134&L=0&type=98). Diese mit 90 Experten durchgeführte Studie ist thematisch breiter aufgestellt und konzentriert sich nicht nur auf Fragen der Bildungstechnologie, sondern u.a. auch auf Strategie, Didaktik, Organisation und Kultur. Fragen der Strategie (Anbindung von Qualifizierung an Unternehmensstrategie) Personalentwicklungs- und Weiterbildungskultur (Selbstlernkompetenz, Einbindung von Führungskräften), Ökonomie (Transfererfolg sichern) und Didaktik (informelle Kompetenzentwicklung fördern) stehen in dieser Studie ganz oben auf der Trendliste.

Bei der Bedeutung von informellem Lernen sind sich beide Studien einig. Dagegen wird das Thema „Lernplattform“ in der mmb-Studie als das Thema mit der größten abnehmenden Bedeutung charakterisiert, während es bei der scil-Studie als einziges eLearning Thema unter die wichtigsten 10 Trendthemen schafft. Dafür landen bei der scil-Studie sämtliche kollaborativen Web2.0 Anwendungen als „weniger bedeutsame Themen des Bildungsmanagements“ auf den hinteren Rängen. Als Zwischenbilanz lässt sich vermutlich ziehen, dass eLearning Komponenten aus der „kreuzbiederen“ Web1.0 Zeit wie z.B. WBT und Lernmanagementsysteme mittlerweile in der Weiterbildungspraxis etabliert sind und keinen Stoff mehr für profilierungsfähige Trends hergeben.

Nach einer TNS Infratest Studie, die dem Artikel „Frust am Flipchart“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 16./17. August 2008 erwähnt wird (zum Artikel) ist die Weiterbildung am Arbeitsplatz für befragte Mitarbeiter sehr hoch, also ein Plädoyer für das Trendthema „informelles Lernen“. Befragte Arbeitgeber finden es jedoch mehrheitlich schwierig, Weiterbildung am Arbeitsplatz zu organisieren. Experten in diesem Artikel bezeichnen die Weiterbildungspraxis deutscher Unternehmen eher als „Durchwurschteln“ und bezweifeln, ob das Durchwurschteln noch lange möglich sein wird. Wenn in zehn Jahren jeder zweite Arbeitnehmer älter als 50 Jahre sein wird und am jungen Ende der Beschäftigtenskala die Web2.0 sozialisierten „Millenials“ ins Berufsleben einsteigen, werden die HR- und Weiterbildungsabteilungen einen massiven methodischen Spagat meistern müssen. Das wird nicht ohne eLearning gehen und so bleibt die Hoffnung, dass einige der oben genannten Trends nicht in der Hypetonne landen, sondern sich in der Praxis bewähren und bei diesem Spagat helfen können.

Onno Reiners | 2 Comments | Tags: E-Learning

Comments:

  1. Ich denke E-Learnig ist auf jeden Fall ein wichtiges Themenfeld der Zukunft. Leider sind einfach noch lange nicht genug wirklich hochwertige Programme auf dem Markt.

  2. Meiner Meinung nach hat der Markt für E-Learning noch massives Potential. Wenn man bedenkt, dass die meisten Jugendlichen in einer Umwelt aufwachsen, in der sie sich ihre Informationen zumeist aus dem Netz holen. Diese Jugendlichen werden auch in ihrem späteren Beruf, im Gegensatz zu manchem älteren Semester, auf diese Informationsquellen zurückgreifen. Auch die Zunahme von hochqualitativen Online Seminaren und Online Schulungen spricht für eine Marktausweitung. Es gibt bereits einige Anbieter, die mit hochqualifizierten Lernfilmen ein breites Publikum ansprechen. Auch immer mehr Arbeitgeber sind von den Vorzügen von Online Schulungen überzeugt.

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