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29 September 2007 - 19:40Versicherungspflicht bei Inbound-Assignees

Diese Woche hatte ich wieder das spannende Thema der Krankenversicherung bei Inbound-Assignees auf dem Schreibtisch. In diesem speziellen Fall handelte es sich um einen Engländer, der für 2 Jahre in Deutschland auf Assignment-Basis für unser Unternehmen tätig ist und während dieser Zeit von seiner Lebensgefährtin begleitet wird.

Für ihn hatte ich zeitnah ein E101 zur Befreiung von der deutschen Sozialversicherungspflicht erhalten (normalerweise muss ich hier ca. 3 Monate auf die englischen Behörden warten). Mit dem E106 konnte ich ihn ebenfalls problemlos bei der AOK anmelden, damit er mit der EHIC-Karte zu deutschen Ärzten gehen kann und diese die Kosten dann direkt über die AOK/National Insurance UK abrechnen. Soweit so gut. Was mache ich aber mit seiner Lebensgefährtin? Diese ist aufgrund der Verlagerung des Wohnsitzes von UK nach Deutschland nicht mehr in das System der UK National Insurance integriert und es ist daher nicht möglich, für sie ein eigenes E101/E106 zu beantragen. Auf das E106 von ihrem Lebensgefährten kann man sie aufgrund des fehlenden Heiratsstandes nicht eintragen.

Was bleiben da für Optionen? Zuerst dachte ich an eine private Krankenversicherung in Deutschland. Das ist aber aufgrund des Alters,  der Gesundheitsprüfung und den Kosten nicht wirtschaftlich attraktiv. Ein Versuch sie in eine gesetzliche Kasse zu integrieren ist bisher auch gescheitert. Als vorübergehende Lösung habe ich sie jetzt erst einmal durch eine Auslandskrankenversicherung über UK sowie die weltweite Zusatzkrankenversicherung unserer Firma abgesichert.Trotz der Gesundheitsreform wird meiner Ansicht nach die Abwicklung von Entsendungen nicht einfacher.  Auch in anderen Fällen, wo ausländische Mitarbeiter in das deutsche Sozialversicherungssystem integriert werden müssen und sich über eine private Krankenversicherung absichern wollen, bleibt der administrative Aufwand hoch. Die Mitarbeiter müssen nachweisen, dass sie in den letzten 3 Jahren mit ihrem Jahresentgelt über der Versicherungspflichtgrenze lagen. In welcher Form und vor allem in welcher Sprache dieser Beweis jedoch erbracht werden soll, bleibt offen. Warten wir hier also die ersten Präzedenzfälle vor Gericht bzw. nächsten Schreiben des Spitzenverbandes Bund der gesetzlichen Krankenkassen ab.

Fazit: Es gibt noch viel Raum für Verbesserungen bei dem Thema Krankenversicherungspflicht in Europa. Der deutsche Gesetzgeber hat mit der Gesundheitsreform noch nicht alle Lücken geschlossen. Gerade im Zuge der Europäisierung ist es dringend notwendig, Lebenspartner und nicht nur Ehepartner in allen Aspekten der Sozialversicherung zu berücksichtigen.

Annika Wolter | 1 Comment | Tags: International HR

Comments:

  1. Wo ist das Problem? Sie stellen sie auch auf 400€ Basis ein, mit Freistellung, quasi als Tandem, ziehen ihm die 400€ vom Lohn ab.

    Z.B. Prof. Christian Hübler und Prof. Yvonne Wilhelm teilen sich in Zürich auch eine Professorenstelle. Und – Sie profitieren dadurch, dass die beiden freiwillig mehr leisten (können), dadurch, dass sie privat auch noch liiert sind.

    “Psychodynamisches Prozessdesign” – Innerhalb eines Rahmenwerkes von Regeln mit den Regeln jonglieren lernen!

    “Unmöglich” ist kein Fakt! “Unmöglich” ist eine Einstellung!

    Guido Stepken

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