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News 5. Oktober 2007
Langsames Reformtempo im Bildungswesen bedroht langfristig die Wettbewerbsfähigkeit EuropasDie Fortschritte bei der Erreichung der Ziele, die im Rahmen der Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung festgelegt wurden, sind unzureichend. Dies ist das zentrale Ergebnis des Jahresberichts 2007 der Europäischen Kommission über die Erreichung der Lissabon-Ziele im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung, der heute veröffentlicht wird. Die Fortschritte seit dem Jahr 2000 werden darin anhand von Indikatoren beurteilt; im Mittelpunkt stehen dabei fünf von den Mitgliedstaaten gemeinsam festgelegte Benchmarks für das Bildungswesen. Ein positives Ergebnis ist, dass die Zahl der Hochschulabsolventen mathematischer, naturwissenschaftlicher und technischer Fächer weiter steigt. Bei den anderen Benchmarks sind jedoch nur mäßige Fortschritte zu vermelden. Die Lissabon-Strategie ist darauf ausgerichtet, die EU zu einem dynamischen, wissensbasierten Wirtschaftsraum zu machen, der in der Lage ist, Wachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen zu erreichen. Zur Umsetzung der Lissabon-Strategie im Bildungsbereich vereinbarten die Mitgliedstaaten gemeinsame Ziele für ihre Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung. Um die Fortschritte bei der Erreichung dieser Ziele zu überwachen, wurden 2002 fünf Benchmarks für die Verbesserung der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa festgelegt. Die Kommission erstattet jährlich über die Ergebnisse der Mitgliedstaaten Bericht. Der heute veröffentlichte Bericht zeigt auf, dass in gewissen Bereichen zwar positive Entwicklungen zu beobachten sind, dass der allgemeine Fortschritt jedoch zu wünschen übrig lässt. Der für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend zuständige EU-Kommissar Ján Figel’ erklärte: „Eine qualitativ hochstehende allgemeine und berufliche Bildung trägt maßgeblich dazu bei, dass sich Europa als Wissensgesellschaft weiterentwickeln und in der globalisierten Weltwirtschaft bestehen kann. Leider macht dieser Bericht deutlich, dass die Mitgliedstaaten ihre Anstrengungen verdoppeln müssen, soll die Bildung in der EU den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden. Die Botschaft an die politischen Entscheidungsträger in den Mitgliedstaaten ist klar: Wir müssen wirksamer in unser Humankapital investieren.“ Einige der wichtigsten Ergebnisse des Berichts:
Auch weitere Indikatoren, die nicht zu den von den Mitgliedstaaten festgelegten Benchmarks zählen, zeigen auf, dass das Reformtempo im Bildungswesen erhöht werden muss. So erlernen – entgegen der Forderung des Europäischen Rates von Barcelona (2002) – die meisten Schüler in der EU nach wie vor nicht frühzeitig mindestens zwei Fremdsprachen. Derzeit (Stand: 2003) werden in den Mitgliedstaaten auf der Sekundarstufe I bzw. II im allgemeinbildenden Bereich im Schnitt nur 1,4 bzw. 1,5 Fremdsprachen pro Schüler unterrichtet. Auch in puncto Finanzierung und Effizienz der Bildungssysteme ist die Lage nach wie vor besorgniserregend. Verschiedene Studien haben aufgezeigt, dass Investitionen im Bereich der Vorschulbildung besonders wirksam sind. Im Bereich der Hochschulbildung ist seit der Annahme der Lissabon-Strategie zwar das Volumen der öffentlichen Investitionen deutlich gestiegen (von 4,7 % auf 5,1 % des BIP); in den letzten Jahren stagnierten die Zahlen jedoch, und die EU müsste den pro Studierenden investierten Betrag mehr als verdoppeln (d. h. um etwa 10 000 EUR pro Jahr steigern), um das Investitionsniveau der USA zu erreichen. Diese Kluft ist fast ausschließlich auf einen Mangel an privaten Investitionen zurückzuführen. |
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