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24. Juli 2007
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Recruiting Todsünden im War for Talents

Rubrik: Rekrutierung

Von: Horst G. Kaltenbach (Kaltenbach Consulting)

Hallo HR People mit Recruiting Verantwortung!  

In einer Zeit (2007), in der rd. 50 000 Ingenieure,
ca 20 000 IT-Experten fehlen und in den meisten qualifizierten Berufssegmenten der Personalmarkt nichts mehr hergibt, müssten meine grauen Haare eigentlich total ausfallen, so wie ich das Anti-Personalmarketing erlebe.

Zu viele „Personalreferenten“ (um dieses administrativ klingende aber eingeführte Wort zu gebrauchen) behandeln Interessenten wie inständige Bewerber, die vor dem Unternehmen Schlange stehen, um gnädigst zu einem Gespräch vorgeladen zu werden. Und wenn es zum Gespräch kommt, läuft es ab wie das Protokollinterview eines Polizisten, der einen Unfalltatbestand aufnimmt.

Liebe Rekrutierer, euer Unternehmen braucht Menschen wie auch Maschinen, weil sonst nicht produziert werden und so euer Gehalt auch nicht mehr bezahlt werden kann. Diese Menschen sind rar geworden. Bewerber sind Talente, die heute gewonnen werden müssen!!! Genau so wie das Unternehmen Kunden gewinnen muss!!!
Personalmanagement heute bedeutet in allererster Linie, Mitarbeiter zum Bleiben zu gewinnen und neue Mitarbeiter für einen Job zu gewinnen, gleich ob Ersatz oder zusätzlicher Job. Die Personal-administrativen Aufgaben sind Mittel zu diesem übergeordneten Zweck.

Die Todsünden gehen los beim herzlosen Antwortmail auf ein „Talent-Angebot“.
Die Sünden gehen weiter als administrativ formuliertes Einladungsmail/Schreiben für eine Gesprächseinladung. Ich muss da sehr oft erst intervenieren, dass zumindest die Teilnehmer genau aufgeführt werden – und im FK Fall der potenzielle Chef mit einem netten Gruß mit zeichnet.
Im Gespräch wie gesagt, scheinen die Personaler/innen das Jahr zu verwechseln (sind wohl noch in den Personalüberschuss-Jahren 2005 und früher), indem sie sich wie Kontrollbeamte aufführen. Wenn die „Interessenten“ den Spieß umdrehen und das Unternehmen auf den Prüfstand stellen (wenn sie gut sind), reagieren die Personaler total beleidigt (weniger der potenzielle Fachvorgesetzte).
Die nächste Todsünde: Zum zweiten Gespräch ist es die Ausnahme, dass der Interessent auch potenzielle Kollegen kennen lernt (bei den SW-/Internet-orientierten Konzernen allerdings mittlerweile Standard).
Die Arbeitsumgebung ist mit primär wichtig für seine Entscheidung. Das muss in der Mehrzahl erst gefordert werden.
Nicht zuletzt dann: Das Vertragsangebot. Wie beim Verkäufer ist der Abschluss schließlich das wichtigste. Beim „Jobverkäufer“ nicht zu erkennen. Kein bisschen ermunterndes, emotional-menschliches Ritual. Formelle Übermittlung stattdessen. So passiert es, dass der „Interessent“ sein Angebot zurückzieht und dort zusagt, wo er sich emotional wohler fühlte.

Um den Irrtum der Beleidigung eines Berufsstandes auszuschließen: Ich berichte von häufigen Erlebnissen. Ich kenne aber auch exzellente Personalmanager/innen, die Menschen wirklich gewinnen können.
Nicht zufällig auch die marktführenden Unternehmen.

Viele Grüße – Horst Kaltenbach

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