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29. November 2007

DIHK-Umfrage zum Fachkräftemangel

Ein Drittel der Unternehmen in Deutschland kann derzeit offene Stellen zumindest teilweise nicht besetzen – doppelt so viele wie im Herbst 2005. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

"Deutschland gehen dabei vor allem Techniker aus", erläuterte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben, der die Erhebung "Kluge Köpfe – vergeblich gesucht!" heute in Berlin vorstellte.

Der Umfrage liegen knapp 20.000 Unternehmensantworten zugrunde. Auf Grundlage der Ergebnisse schätzt der DIHK, dass der deutschen Wirtschaft derzeit – auf das Gesamtjahr 2007 gerechnet – rund 400.000 Fachkräfte fehlen.

Mit immensem volkswirtschaftlichen Schaden: "23 Milliarden Euro Wertschöpfungsverzicht bedeuten in diesem Jahr rein rechnerisch einen Wachstumsverlust von einem Prozentpunkt", führte Wansleben in Berlin aus.

Zudem gerate Deutschland auch im EU-Wettbewerb um die besten Fach- und Führungskräfte zunehmend ins Hintertreffen. "Das können wir uns nicht leisten", warnte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Der Aufbau von Produktionsstätten und die Investition in Arbeitsplätze lohnten sich immer weniger, wenn qualifiziertes Personal fehle.

Die DIHK-Umfrage verdeutlicht zudem, dass exportstarke Industriezweige vom Fachkräftemangel besonders betroffen sind. Im Maschinenbau beispielsweise haben fast zwei Drittel der Betriebe Schwierigkeiten, geeignete Kandidaten für ihre offenen Stellen zu finden. Kaum geringer sind die Probleme in der Medizin- und Elektrotechnik, im Kraftfahrzeugbau und in der Pharmazie.

Nachdem die aktuelle Konjunktur gerade von den Erfolgen der deutschen Exportindustrie getragen werde, stelle sich der Mangel an qualifiziertem Personal damit als "eine zentrale Wachstumsbremse in Deutschland" dar, sagte Wansleben.

"Um Fachkräftemangel zu begegnen, helfen sich die Unternehmen zu einem großen Teil selbst", berichtete der DIHK-Hauptgeschäftsführer unter Verweis auf die guten Ausbildungszahlen. Zudem wollten die Betriebe noch intensiver als bisher den Erfahrungsschatz älterer Arbeitnehmer nutzen. Die Politik müsse diese positive Entwicklung unterstützen.

Alles in allem gelte es aber auch, sich offensiver als bisher dem internationalen Wettstreit um qualifizierte Fachkräfte zu stellen. Wansleben: "Wir brauchen eine Gesamtstrategie, um sowohl für die inländischen Erwerbstätigen als auch für ausländische Fachleute ein einladender und attraktiver Standort zu sein."

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