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30. August 2007

Ergebnisse der Jahrestagung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

„Altes Eisen in graues Gold verwandeln“ sollte die alchemistische Erfolgsformel deutscher Personalpolitik lauten. Denn die Innovations- und Leistungsfähigkeit deutscher Unternehmen ist gefährdet, wenn es nicht gelingt, die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten möglichst gut und lange zu erhalten. Bereits heute zeichnet sich ein Mangel an Fachkräften ab, weil es an Nachwuchs fehlt. Zugleich steigt der Anteil der über 40jährigen in den Betrieben stark an. 2020 wird jeder dritte Beschäftigte älter als 50 Jahre sein. Hohe volkswirtschaftliche Kosten durch arbeitsbedingte Erkrankungen und Frühberentungen machen deutlich, dass das vorhandene Präventionspotenzial nicht optimal genutzt wird. Statt auf kurzfristige Gewinnoptimierung zu setzen, müssen Unternehmen stärker in ihre Organisation und ihre Beschäftigten investieren, um zukunftsfähig zu bleiben.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der Jahrestagung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), die am 27. August 2007 in Dortmund stattfand. Rund 150 Experten beschäftigten sich in der DASA mit dem Thema „Einsparpotenziale betrieblicher Prävention vor dem Hintergrund des demografischen Wandels“. Dabei wurde deutlich, dass viele Unternehmen die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt haben. Beispiele aus der Praxis zeigen jedoch, dass es gangbare Wege gibt, um den demografischen Wandel auch wirtschaftlich erfolgreich zu bewältigen.

Unsere Gesellschaft und Wirtschaft ist im Informations- und Wissenszeitalter angekommen. Bereits im Jahr 2002 trugen wissensintensive Dienstleister und forschungsintensive Industrien in den G6-Ländern ein Drittel zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung bei. In einer Umfrage unter Analysten der Geld- und Kapitalmärkte äußerten knapp 90% der Befragten, dass das geistige Eigentum der Unternehmen ein wichtiger Faktor bei der Bewertung dieser Unternehmen sei. Innovationsfähigkeit, Kreativität und Gesundheit der Beschäftigten haben deshalb einen großen Einfluss auf die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland.

Demgegenüber stehen jährliche arbeitsbezogene volkswirtschaftliche Kosten von mindestens 10,3 Milliarden Euro für Frühberentungen sowie volkswirtschaftliche Kosten für arbeitsbedingte Erkrankungen von mindestens 28 Milliarden Euro in Deutschland. Die Entwicklung chronischer Erkrankungen, die sich auf hohe Arbeitsbelastungen zurückführen lassen, setzt oft schon ab dem 35. Lebensjahr ein. Diese Zahlen machen deutlich, dass eine Änderung der Personalpolitik notwendig ist. Ganzheitliche Konzepte erhalten und fördern die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter. Sie beschränken sich nicht auf die Gesundheit, sondern schließen auch Ausbildung und Kompetenz, Werte und Einstellungen sowie die Adäquanz der Arbeitsanforderungen und der Ressourcen der Mitarbeiter ein.

Solche Konzepte greifen nur, wenn Unternehmen ihre Strategie daran ausrichten. Dazu müssen jedoch die „weichen Faktoren“ bewertet werden. Nur so lassen sich die Maßnahmen effizient steuern und mit ihnen nachhaltige Wirkungen erzielen. Doch vor allem fehlende Standards und die methodische Überforderung der Finanzanalysten erweisen sich als Hemmschwellen, immaterielle Vermögensgegenstände wie Humankapital oder Organisationskapital zu bewerten und wettbewerbsfördernd zu publizieren.

Letztlich sind Investitionen in förderliche Arbeitsbedingungen maßgebliche Einflussgrößen für das Wohlbefinden, die Gesundheit, die Motivation und die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten. Mittelbar wirken sich einschlägige Maßnahmen positiv auf den Erfolg einer Organisation, eines Unternehmens aus.

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