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17. Januar 2008

Steigende Löhne in Polen

In Polen verdienen Facharbeiter wie Geschäftsführer deutlich mehr als ihre Kollegen in Ungarn und Tschechien. Während ein polnischer Geschäftsführer ein durchschnittliches Jahresgesamtgehalt von 133.800 Euro bezieht, muss sich sein Kollege in Ungarn mit 90.200 Euro begnügen. In Tschechien dagegen wird die gleiche Position mit 89.600 Euro vergütet. Ähnliche Gehaltsunterschiede sind auf den unteren Hierarchiestufen zu finden: So verdient ein Facharbeiter in Polen 6.000 Euro mehr pro Jahr als in Ungarn. Das sind Ergebnisse der Vergütungsstudie 2007/2008 „Internationale Unternehmen in Polen: Mitarbeiter und Leitende Angestellte“, die bereits zum vierten Mal von der Managementberatung Kienbaum in Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Industrie- und Handelskammer durchgeführt wurde. Im Rahmen der Erhebung wurden 56 Unternehmen und insgesamt 2.088 Positionen analysiert. „Obwohl das polnische Lohnniveau im Vergleich zu den Nachbarländern wesentlich höher ist, gewinnt Polen als Investitionsstandort stetig an Attraktivität. Ausländische Unternehmen schätzen vor allem das attraktive Arbeitsangebot, die gute Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter und die Kundennähe – ein deutliches Zeichen, dass Polen weit mehr ist als ein Billiglohnland“, sagt Maria Smid, Kienbaum Beraterin und Projektleiterin der Studie.

Deutlicher Anstieg der Grundgehälter

Im Zeitraum von September 2006 bis September 2007 stiegen die Grundgehälter in Polen im Durchschnitt um 10,7 Prozent. Während die Geschäftsführersaläre um 5,8 Prozent angehoben wurden, konnten sich die Arbeiter der unteren Gehaltsklassen über 12,6 Prozent mehr Lohn freuen. Für das laufende Jahr planen die Unternehmen eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent für Geschäftsführer, Fachkräfte und Arbeiter; für Führungskräfte wird eine Steigerung von sechs Prozent prognostiziert. Ungarische Löhne dagegen stiegen im Zeitraum 2006/2007 um 8,3 Prozent, tschechische um 7,7 Prozent.

Variable Vergütungsbestandteile werden wichtiger

Erfolgsabhängige Gehaltskomponenten gewinnen in polnischen Unternehmen an Bedeutung und bilden ein wichtiges Instrument der betrieblichen Vergütungspolitik. Bei 82 Prozent aller erfassten Positionen ist eine variable Vergütung üblich. So werden 90 Prozent der Geschäftsführer, mehr als vier Fünftel der Führungs- und Fachkräfte und knapp drei Viertel der Facharbeiter erfolgsabhängig vergütet. Dabei umfasst die Erfolgsbeteiligung durchschnittlich 38 Prozent der Gesamtbezüge. Als Gestaltungsformen der variablen Vergütung dominieren die Erfolgsbeteiligung auf freiwilliger Basis und die Beteiligung aufgrund einer vertraglich zwingenden Regelung mit jeweils 37 Prozent. „Während die variable Vergütung an Stellenwert gewinnt, erweist sich die Zusatzvergütung in Form einer betrieblichen Altersvorsorge als nicht attraktiv. Unmittelbarere Vergütungsformen werden in Polen bevorzugt. Aktuell erhalten lediglich zehn Prozent der Geschäftsführer eine betriebliche Altersversorgung“, sagt Maria Smid von Kienbaum Wien.

Attraktives Arbeitskräfteangebot lockt Investoren

Qualifikation und Verfügbarkeit des Arbeitskräfteangebots als wesentliche Entscheidungsparameter bei der Expansion ins Ausland werden von der Mehrheit der Studienteilnehmer positiv bewertet. 41 Prozent der Unternehmen bewerten das Ausbildungsniveau als gut, mehr als die Hälfte zieht eine befriedigende Bilanz. Für die Zukunft erwarten 56 Prozent, dass die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften steigt. „Für Investoren wird der Standort Polen immer interessanter. Gerade das Ballungszentrum Warschau lockt mit einer guten Infrastruktur und einer hohen Konzentration an qualifiziertem Personal ausländische Unternehmen an. Allerdings werden qualifizierte Kandidaten in einzelnen Segmenten, etwa Forschung und Entwicklung, knapper. Setzt sich das Wirtschaftswachstum fort, kann es ähnlich wie in der Slowakei oder Tschechien auch in Polen zu Engpässen bei den Human Resources kommen“, sagt Kienbaum-Beraterin Maria Smid.

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