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9. September 2007

Die Lohnnebenkosten sanken im zweiten Quartal 2007 um 0,8%

Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes erhöhten sich die Arbeitskosten für Arbeitgeber im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich im zweiten Quartal 2007 kalenderbereinigt um 0,9% im Vergleich zum zweiten Quartal 2006. Im Vergleich zum ersten Quartal 2007 stiegen die Arbeitskosten saison- und kalender­bereinigt um 0,7%.

Die beiden Hauptkomponenten der Arbeitskosten entwickelten sich unterschiedlich:
Während die Kosten für Bruttolöhne und -gehälter im zweiten Quartal 2007 gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,4% wuchsen,  wurden die Arbeitgeber bei den Lohnnebenkosten im gleichen Zeitraum um 0,8% entlastet. Hier spiegelt sich die Entwicklung der Beitragssätze zu den Sozialversicherungen wider. Die zu Jahresbeginn gestiegenen Beitragssätze der Arbeitgeber zur gesetzlichen Krankenversicherung (von 6,7% auf 7,0%) sowie zur Rentenversicherung (von 9,75% auf 9,95%) wurden durch die Senkung des Beitragssatzes der Arbeitgeber zur Arbeitslosenversicherung (von 3,25% auf 2,1%) überkompensiert.
 
Die Ergebnisse des Arbeitskostenindex wurden nach Vorliegen zusätzlich verfügbarer Datenquellen rückwirkend bis zum ersten Quartal 2003 überarbeitet. Die kalenderbereinigte Wachstumsrate der Arbeitskosten für das erste Quartal 2007 im Vergleich zum ersten Quartal 2006 blieb durch die Revision unverändert (+ 0,4%). Die Veränderungsrate der Bruttolöhne und -gehälter wurde von + 0,4% auf + 0,7%, die Veränderungsrate der Lohnnebenkosten von + 0,8% auf – 0,7% revidiert.
Für die Jahre 2005 sowie 2006 weisen die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde nach Revision ein höheres Wachstum auf. Im Jahr 2005 wurde die kalenderbereinigte Veränderungsrate zum Vorjahr von + 0,2% auf + 0,4%, 2006 von + 0,9% auf + 1,3% korrigiert.
 
Für den europaweiten Vergleich der Arbeitskostenentwicklung wird auf das jeweilige vorherige Berichtsquartal zurückgegriffen. Zurzeit kann dies nur für das Produzierende Gewerbe und die marktbestimmten Dienstleistungsbereiche, kurz die Privatwirtschaft, durchgeführt werden. Für das erste Quartal 2007 liegen Daten von 22 der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union vor.
Im Vergleich zum ersten Quartal 2006 stiegen die Arbeitskosten im ersten Quartal 2007 in Deutschland kalenderbereinigt nur um 0,2%. Ein vergleichbar niedriges Wachstum der Arbeitskosten gab es in keinem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union. Malta weist mit einem Wachstum von + 1,4% die zweitniedrigste Entwicklung auf, gefolgt von Belgien (+ 2,0%), Österreich (+ 2,3%) und Schweden (+ 2,8%). Die höchste Veränderungsrate der Arbeitskosten verzeichnete Lettland mit + 32,6%. In Frankreich (+ 3,8%) lag die Wachstumsrate deutlich über dem deutschen Wert. In der Europäischen Union war der durchschnittliche Anstieg bei den 22 einbezogenen Mitgliedstaaten mit + 3,7% deutlich höher als in Deutschland.
 
Der Arbeitskostenindex misst die Entwicklung der Arbeitskosten je geleistete Stunde in der jeweiligen Landeswährung. Die Zeitreihen von Staaten außerhalb des Euro-Währungsgebiets sind daher nicht währungsbereinigt.

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