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8. Dezember 2008

Fach- und Führungskräfte werden im Ausland gefunden

Da Fach- und Führungskräfte nur schwer in Deutschland zu finden sind, gehen Unternehmen neue Wege: Mehr als die Hälfte aller deutschen Unternehmen haben in den vergangenen Jahren bereits Mitarbeiter im Ausland rekrutiert. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) an der Fachhochschule Ludwigshafen. Im Auftrag des Personaldienstleisters Hays befragte das IBE Entscheider aus 309 Konzernen und mittelständischen Unternehmen. Demnach haben 62 Prozent der Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern Personal im Ausland gefunden. Unter den KMUs sind es nur 43 Prozent.

Gefragt sind vor allem hoch qualifizierte Spezialisten (72 Prozent). Zudem rekrutiert mittlerweile mehr als die Hälfte der deutschen Großunternehmen auch Führungskräfte im Ausland. „Dies zeigt, dass sich die Personalstrukturen von Unternehmen internationalisieren“, sagt Klaus Breitschopf. Der Vorstandsvorsitzende der Hays AG, Spezialist für die Vermittlung hoch qualifizierter Fachkräfte, ergänzt, dass eine stark exportorientierte Wirtschaft interkulturelle Kompetenzen benötige.

Das eigene Selbstverständnis als internationales Unternehmen (77 Prozent) und die notwendige Steigerung ihrer internationalen Kompetenz (54 Prozent) sind die zentralen Beweggründe bei der internationalen Rekrutierung. Dagegen spielt die demografische Alterung der Gesellschaft keine Rolle (8 Prozent). Aufgrund der kulturellen Unterschiede (65 Prozent) ist die Integration der ausländischen Mitarbeiter aber eine große Herausforderung. 51 Prozent der Befragten halten daher Integrationsmaßnahmen für notwendig.

Derzeit suchen Unternehmen vor allem Spezialisten für IT (40 Prozent) sowie Forschung und Entwicklung (37 Prozent). Der Bedarf in diesen Bereichen (F+E 47 Prozent, IT 42 Prozent) bleibt auch zukünftig hoch. Noch stärker gefragt sind in den nächsten Jahren technisch ausgebildete Mitarbeiter (54 Prozent) sein. Dies dokumentiert den Fachkräftemangel in Deutschland.

Fündig werden Personaler und Fachgebietsleiter vor allem in Osteuropa (41 Prozent). Erst dann folgen das deutschsprachige Ausland (34), England (29) und die USA (25) sowie Indien (21). Künftig wird sich die Suche weiterhin auf die Schweiz und Österreich sowie Osteuropa (je 50 Prozent) konzentrieren: „Osteuropa verfügt über ein vergleichbares Qualifikationssystem und ähnliche kulturelle Werte“, kommentiert Prof. Jutta Rump, Leiterin des IBE.

Offensichtlich betreten die Unternehmen mit der Auslandsrekrutierung Neuland, denn drei Viertel geben zu, dass sie keine klare Strategie verfolgen. Sie setzen momentan auf klassische Rekrutierungsinstrumente wie die eigene Homepage und den direkten Weg über Unternehmenszentrale. Während die Webseite nach Erwartung der Entscheider noch an Bedeutung gewinnt, werden sie künftig verstärkt auf Praktikumsangebote und Kontakte zu internationalen Universitäten setzen: „Der ‚War for Talents‘ findet künftig global statt. Es wird daher immer wichtiger, Kandidaten sehr früh anzusprechen, so Prof. Rump.

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