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22. Juli 2008

Fachkräftemangel auch in der Cleantech-Branche

Die Marktstudie „Cleantech-Wachstumspfade“ der Münchner PR-Spezialisten von Maisberger Whiteoaks legt alarmierende Ergebnisse zur Personalentwicklung im Cleantech-Sektor offen. Auch wenn die Branche heute als Jobmaschine bezeichnet werden kann – 9 von 10 Unternehmen wollen ihr Personal teilweise massiv aufstocken – klagt ein Großteil der Befragten über massiven Fachkräftemangel. Demnach wirken sich die im Markt fehlenden hochqualifizierten Arbeitskräfte, insbesondere im Bereich Forschung & Entwicklung, bereits als wettbewerbsrelevanter Hemmschuh für das weitere Wachstum dieser Zukunftsbranche aus. Befragt wurden mehr als 100 Unternehmen der Branche mit Hauptsitz in Deutschland.

„Unser Hauptproblem – und das der ganzen Branche – ist der Fachkräftemangel. Wir können nicht alle Aufträge annehmen, die wir bekommen könnten, weil wir sie nicht abarbeiten können“, erklärt Ingo Giersemehl, Geschäftsführer der Firma Kochendörfer Wasserkraftanlagen. So ist der Fachkräftemangel für 64% der befragten Unternehmen evident, nahezu unabhängig vom Industriesektor. Ähnlich wie in den anderen Industrien ist der Mangel ganz besonders im Bereich höchstqualifizierter Arbeitskräfte, insbesondere bei Ingenieuren spürbar. Hier leiden vor allem der Bereich Forschung & Entwicklung (62,5%) sowie die Produktion (29,7%), aber auch die Kundenberatung (31,1%) sowie Vertrieb und  Marketing (26,6%). Die Folgen sind eine stockende Auftragsabwicklung (25%) und  unausgeschöpfte Vertriebspotenziale (34,4%) bis hin zur Ablehnung von Kundenanfragen (15,6%). Gravierend ist auch der Aspekt, dass wegen des Fachkräftemangels die Innovationsfähigkeit gehemmt wird – bereits über ein Fünftel der befragten Unternehmen gaben dies an.

Dabei ist die Situation in der traditionell eher mittelständisch geprägten Cleantech-Branche bei den großen Unternehmen (> 100 Mitarbeiter) besonders angespannt. 85,7% klagen über Stellen, die nur schwer besetzt werden können. So entwickelt sich das Recruiting qualifizierter Mitarbeiter, vor allem höchstqualifizierter Experten, als eine der strategisch wichtigsten Herausforderungen: 43% der Befragten sehen diese Aufgabe am wichtigsten nach der Sicherung/Gewinnung neuer Marktanteile (63%) und der effizienten Verwertung ihres Know-hows (52%). Dies gilt umso mehr, weil die Branche insgesamt sehr global ausgerichtet ist.

Die Beschäftigungsimpulse gehen von nahezu allen Unternehmen der Branche, unabhängig von ihrer Größe, aus. So gab nur jedes neunte befragte Unternehmen an, in den nächsten Jahren voraussichtlich keine neuen Mitarbeiter einstellen zu wollen. Dagegen wollen 80% der Unternehmen, die heute höchstens 10 Mitarbeiter haben, ihre Belegschaft vergrößern, ein Fünftel davon wollen sie sogar verdoppeln. Bei der Frage, wie aussichtsreich es sei, diese vakanten Stellen in Zukunft auch besetzen zu können, ist die Stimmung verhalten  positiv: 54% der Befragten sehen die Chancen als eher gut. Hier gibt es aber je nach Industriesektor und Unternehmensgröße beträchtliche Unterschiede.

So bewerten Anbieter im Markt für Windenergie oder Geothermie ihre Aussichten als weniger gut, dagegen sieht es im Bereich Bioenergie sowie bei Brennstoffzellen oder Wasserenergie besser aus. Für alle Branchen gilt jedoch gleichermaßen, dass der alarmierende Fachkräftemangel schnell zu einer ernsthaften Wachstumsbremse für die gesamte Industrie werden kann. Denn die Cleantech-Unternehmen haben es bislang noch nicht geschafft, sich das günstige gesellschaftliche Klima für alternative Energieformen und die guten Zukunftsprognosen für eine erfolgreiche Personalpolitik zunutze zu machen. Dementsprechend fordert die Branche vom Gesetzgeber weitreichende Unterstützung und Förderung der Wettbewerbsfähigkeit, auch im Bereich der Aus- und Weiterbildung.  „Es ist für den Standort Deutschland lebenswichtig, dass in Bildung investiert wird. Wünschenswert wären ein spezieller Studienzweig und eine Ausbildungsrichtung Photovoltaik“, fordert Dr. Karsten Otte, CEO der Solarion AG. Damit wird eines deutlich: Sollte die deutsche Cleantech-Industrie es nicht schaffen, binnen kürzester Zeit die vakanten Stellen zu besetzten, so läuft eine ganze Branche Gefahr, ihre Marktführerschaft schnell wieder abzugeben.

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