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2. August 2013

Fachkräftemangel stellt deutsche Gesundheitswirtschaft vor große Herausforderungen

Die Suche nach geeigneten Mitarbeitern ist die größte Herausforderung für Unternehmen in der Gesundheitsbranche: Bei knapp der Hälfte der Personalverantwortlichen steht die Besetzung von Schlüsselpositionen ganz oben auf der Prioritätenliste, ergab die aktuelle Healthcare-HR-Trendstudie der Managementberatung Kienbaum. Dazu hat Kienbaum rund 200 Geschäftsführer und Personalverantwortliche führender Unternehmen aus den Branchen Krankenhaus und Medizinprodukte befragt. Auch das Thema Arbeitgeberattraktivität hat mit 43 Prozent für die Befragten eine hohe Priorität.

Zugleich ist das Thema Employer Branding aber nur für wenige befragte Personalverantwortliche eine besonders schwierige Herausforderung: „Offenbar haben viele Unternehmen inzwischen erkannt, wie wichtig eine attraktive Arbeitgebermarke ist, um qualifiziertes Personal zu rekrutieren, und fangen an, die Früchte der Anstrengungen der vergangenen Jahre zu ernten“,  sagt Alexander Mischner, auf die Gesundheitswirtschaft spezialisierter Personalberater bei Kienbaum.

 

Rekrutierung von Top-Mitarbeitern ist größte Herausforderung

Die Gewinnung von qualifizierten Mitarbeitern für die Schlüsselpositionen in Unternehmen der Gesundheitswirtschaft ist nicht nur aktuell, sondern auch in den kommenden Jahren die größte Herausforderung für die Personalabteilungen: 72 Prozent der Personalverantwortlichen in der deutschen Gesundheitsbranche verfolgen deshalb die öffentliche Diskussion über den sich verschärfenden Fachkräftemangel intensiv. „Die Personalchefs beklagen die sinkende Qualität eingehender Bewerbungen, die steigende Marktvergütung in relevanten Positionen und längere Besetzungszeiten für vakante Stellen – die Rahmenbedingungen für die Personalarbeit in der Gesundheitswirtschaft sind schwierig“, sagt Kienbaum-Berater Alexander Mischner.

 

Mitarbeiterbindung ist Gegenstrategie Nummer eins

Unternehmen versuchen angesichts dieser schwierigen Rahmenbedingungen, ihre Mitarbeiter stärker an sich zu binden: Drei Viertel der von Kienbaum befragten Firmen verstärken ihre Aktivitäten in der Mitarbeiterbindung. 69 Prozent der Personalabteilungen optimieren darüber hinaus ihre Recruiting-Prozesse und -Instrumenten und zwei Drittel erhöhen ihre Investitionen in die Ausbildung eigener Nachwuchskräfte. „Das Personal ist in der Gesundheitswirtschaft der zentrale erfolgskritische Faktor. Deshalb wächst in den Unternehmen das Bewusstsein, dass die professionelle Rekrutierung, Bindung und Entwicklung geeigneter Mitarbeiter für die wichtigsten Positionen eine zentrale Voraussetzung für nachhaltigen unternehmerischen Erfolg ist“, sagt Alexander Mischner.

 

Gesundheitswirtschaft hat Nachholbedarf beim Thema Diversity

Das Thema Diversity steht in der deutschen Gesundheitswirtschaft noch nicht oben auf der Agenda, während es in der öffentlichen Diskussion schon seit einiger Zeit sehr präsent ist: Lediglich in einem Viertel der befragten Unternehmen hat Diversity eine große Bedeutung für die Führungsebene. Und eine noch geringere Anzahl hat sich konsequent mit diesem Thema auseinandergesetzt oder bereits eine Diversity-Strategie entwickelt. Zum Beispiel haben bislang nur 28 Prozent der Befragten konkrete Maßnahmen ergriffen, um den Anteil von Frauen in ihrer Belegschaft zu erhöhen.

 

Gesundheitsbranche erwartet positive Umsatzentwicklung

Insgesamt sind die Prognosen zur geschäftlichen Entwicklung der deutschen Gesundheitswirtschaft positiv: 61 Prozent der Befragten erwarten, dass ihre Umsätze in den nächsten Jahren steigen. Ähnlich positiv schätzen die Personalverantwortlichen der deutschen Gesundheitswirtschaft die Beschäftigungsentwicklung in ihrer Branche ein: 52 Prozent erwarten, dass die Zahl der Mitarbeiter moderat oder stark steigt. „Umso wichtiger ist es, dass die Unternehmen sich noch intensiver mit der Herausforderung des Fachkräftemangels auseinandersetzen und bestehende Konzepte und Instrumente weiterentwickeln. In diesem Zusammenhang wird auch Diversity an Bedeutung gewinnen, um noch ungenutzte Potenziale auf dem Arbeitsmarkt zu heben. Ein professionelles Diversity-Management versetzt Unternehmen zudem in die Lage, sowohl auf der Fach- als auch auf der Führungsebene ein breites Kompetenz- und Erfahrungsspektrum nutzen zu können. Hier können viele Firmen mit geringem Aufwand noch erhebliche Verbesserungen erreichen“, sagt Kienbaum-Berater Mischner.

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