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5. Februar 2013

Gegen den Fachkräftemangel: Aufruf zur Nachqualifizierung und Weiterbildung

Dem mittleren Qualifikationsbereich droht nach wie vor ein Fachkräftemangel. Um dem entgegenzuwirken, müssen die aktuellen und künftigen Beschäftigten so gut wie möglich qualifiziert werden. Es ist dabei besonders wichtig, dass diejenigen ohne abgeschlossene Berufsausbildung weiter qualifiziert werden, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu steigern. Durch eine Reduktion der Anzahl der Schulabgänger ohne Abschluss in Verbindung mit einer Erhöhung der Erfolgsquoten im beruflichen und hochschulischen Bildungsbereich könnte der Anteil der Beschäftigten ohne Berufsausbildung bis zum Jahr 2030 um 16% verringert werden. Dies zeigen gemeinsame Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) auf Basis von vier Szenarien für den kommenden Arbeitsmarkt.

Ganz konkret wurden hier in den jeweiligen Szenarien die potentiellen Auswirkungen einer „Steigenden Nachfrage nach höheren Qualifikationen“, einer „Steigerung des Exports“, einer „Realisierung bildungspolitischer Zielsetzungen“ und eines „ausgeglichenen Wanderungssaldos“ untersucht. Die Ausarbeitung zeigt, dass der Fachkräftemarkt in Zukunft positiv beeinflusst werden kann, wenn heute mit der Umsetzung bildungspolitischer Zielsetzungen begonnen werde.

Der Präsident des BIBB, Friedrich Hubert Esser, findet es insbesondere wichtig, die Potenziale, Ressourcen und Talente von jungen Menschen schon früh zu erschließen: „Wir müssen Jugendliche aus allen Schulformen flächendeckend durch eine optimale Berufsorientierung besser fördern und unterstützen und sie beim Übergang von der Schule in den Beruf, falls erforderlich, auch individuell begleiten. So schaffen wir die Voraussetzungen, sie zu einem qualifizierten Berufsabschluss zu führen.“ Überdies würden die Ergebnisse außerdem ganz deutlich zeigen, dass Deutschland verstärkt auf die berufliche Weiterbildung und die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte angewiesen sei, um das erforderliche Arbeitskräfteangebot auch in Zukunft sichern zu können.

Der Bericht "Alternative Szenarien der Entwicklung von Qualifikation und Arbeit bis 2030" wurde innerhalb des "QuBe-Projekts" vom Konsortium "Qualifikation und Berufsfeldprojektionen" im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erstellt und in der BIBB-Schriftenreihe "Wissenschaftliche Diskussionspapiere" veröffentlicht. Dem Konsortium gehören neben dem BIBB und dem IAB das Fraunhofer Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) und die Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) an.

Die der Studie zugrundeliegenden BIBB/IAB-Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen beschreiben zukünftige Entwicklungen des Arbeitsmarktes. Die im Frühjahr 2012 vorgelegte "Langfristige Arbeitskräftebedarfs- und Arbeitskräfteangebotsprojektion bis 2030" zeigte als  Ergebnis, dass es bereits zu Beginn des kommenden Jahrzehnts zu spürbaren Engpässen vor allem im mittleren Qualifikationsbereich kommen kann.

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