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30. Oktober 2007

Fachkraeftemangel: Hinweise auf Mangel an technischen Qualifikationen

Fachkräftemangel: Hinweise auf Mangel an technischen Qualifikationen verdichten sich Staatssekretär Otremba: Gleichgerichtetes Handeln von Bund, Ländern und Wirtschaft erforderlich. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie die Studie „Wertschöpfungsverluste durch nicht besetzbare Stellen beruflich Hochqualifizierter in Deutschland“ durchgeführt. Der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Dr. Walther Otremba, und der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Dr. Martin Wansleben, haben die heute im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie vorgestellten Ergebnisse der Studie als Beleg dafür gewertet, dass sich die Befunde für einen Mangel an technischen Qualifikationen in Deutschland verdichten.

Staatssekretär Dr. Otremba: „Wir brauchen ein gleichgerichtetes Handeln von Bund, Ländern und Wirtschaft, jeder in seinem Verantwortungsbereich. Zum einen sind Maßnahmen zu ergreifen, die kurzfristig wirken können, wie die bessere Ausschöpfung des Erwerbspersonenpotenzials. Zum anderen müssen die Rahmenbedingungen für die Bildung von Humankapital so gestaltet werden, dass Deutschland als Volkswirtschaft mit zunehmend wissensbasierter Wertschöpfung langfristig wettbewerbsfähig bleibt.“

Im Einzelnen ziehen sie aus der Studie folgende Schlüsse:

  1. Im Bereich der Hochqualifizierten gibt es einen gravierenden Fachkräftemangel bei den akademischen MINT-Qualifikationen [Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik] sowie bei Technikern, aber keinen generellen Mangel an Hochqualifizierten.
  2. Damit erhärtet sich der Befund, dass es sich bei dem Fachkräftemangel im Bereich technischer Qualifikationen um ein strukturelles Problem handelt, das bei Fortschreibung der demografischen Eckdaten an Schärfe zunimmt.
  3. Die Engpässe konzentrieren sich auf die Branchen, die für die technologische Leistungsfähigkeit Deutschlands am wichtigsten sind (unternehmensnahe Dienstleistungen, Maschinenbau, Metall und Elektroindustrie, Fahrzeugbau).
  4. Die Zahl der definitiv nicht besetzbaren Stellen von über 165.000 sowie jene der nur verzögert besetzbaren Stellen von knapp 65.000 unterstreicht, dass eine kurzfristige Schließung dieser Kräftelücke aus dem bestehenden Potenzial nicht realistisch ist.
  5. Der aus den definitiv oder vorübergehend nicht besetzbaren Stellen resultierende Wertschöpfungsverlust von rund 18,5 Mrd. € - das entspricht 0,8 % des BIP - ist inzwischen auch gesamtwirtschaftlich relevant und beginnt sich bremsend auf das weitere Wachstum auszuwirken.

Auch die neueste DIHK-Konjunkturumfrage zeigt, dass Fachkräftemangel immer stärker zu einem Wachstums- und Beschäftigungshemmnis wird: Vor allem die exportstarken Branchen berichten von Schwierigkeiten bei der Rekrutierung geeigneten Personals – allen voran der Maschinenbau, aber auch die Elektro- und Medizintechnik, der Kraftfahrzeugbau und die Pharmazeutische Industrie. Demografiebedingt dürften die Schwierigkeiten der Unternehmen bei der Stellenbesetzung wachsen: Schon heute stehen 970.000 Schulabgängern nur rund 800.000 Erstklässler gegenüber. Die Erwerbsbevölkerung wird altern und schrumpfen – und der Wettstreit um qualifizierte Köpfe deutlich an Intensität gewinnen.

DIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Wansleben: „Um Fachkräftemangel und demografischem Wandel zu begegnen, plädiert der DIHK für ein umfassendes Maßnahmenpaket, das drei Hauptzielrichtungen verfolgen muss: Erstens müssen wir die Beschäftigungsquoten von Älteren und qualifizierten Eltern weiter anheben. Zweitens müssen wir unsere Kraftanstrengungen im Aus-und Weiterbildungsbereich intensivieren – der Ausbildungspakt ist hier ein erfolgreicher Einstieg. Drittens ist es unerlässlich, den Arbeitsmarkt für qualifizierte Ausländer stärker als bisher zu öffnen.“

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