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25. Februar 2010

Höhere Pensionsverpflichtungen durch substantielle Erträge auf Pensionsvermögen kompensiert

Im Zuge der Erholung an den Kapitalmärkten sind die pensionsspezifischen Vermögenswerte der führenden Unternehmen in Deutschland im vierten Quartal 2009 mit durchschnittlich 1,6 Prozent erneut deutlich gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt das German Capital Market Update der Unternehmensberatung Towers Watson. Für das Gesamtjahr 2009 wird demnach eine durchschnittliche Rendite auf Pensionsvermögen von rund 11,2 Prozent im DAX und 13,4 Prozent im MDAX erwartet. Parallel dazu sind im Schlussquartal des Vorjahres die Pensionsverpflichtungen um 1,4 Prozent geringer ausgefallen als im Vergleich zum vorangegangenen Dreimonatszeitraum. Jedoch ergibt sich auf Jahressicht ein Anstieg um durchschnittlich 12,5 Prozent bei den Pensionsverpflichtungen.

Mit Blick auf den Grad der externen Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen hat sich die rückläufige Entwicklung aus 2008 fortgesetzt. Die so genannte Funding Ratio beträgt Ende 2009 im DAX-Benchmarkplan 61,3 Prozent (-4,0 Prozentpunkte gegenüber 2008), im MDAX-Benchmarkplan 47,5 Prozent (-2,8 Prozentpunkte). Die auf den ersten Blick weitgehend identische Entwicklung beider Jahre hat jedoch unterschiedliche Treiber: 2008 wurde der krisenbedingte Wertverlust im Planvermögen durch einen gestiegenen Rechnungszins und daraus resultierend durch einen Rückgang der Pensionsverpflichtungen kompensiert. Hingegen führen 2009 ein gesunkener Rechnungszins sowie gestiegene Inflationserwartungen zu höheren Pensionsverpflichtungen, welche die gestiegenen Erträge auf Pensionsvermögen überkompensieren.

Das German Capital Market Update untersucht die Auswirkungen aktueller Kapitalmarktentwicklungen auf Musterpensionspläne von in Deutschland aktiven Großunternehmen. Erstellt wird die vierteljährliche Benchmarkanalyse von der Unternehmensberatung Towers Watson, die Anfang 2010 aus dem Zusammenschluss von Towers Perrin und Watson Wyatt Heissmann hervorgegangen war.

„Nicht zuletzt aufgrund eines professionellen Risiko-Managements sind die Unternehmen mit ihren Versorgungswerken bis dato weitgehend robust durch die Krise gekommen. Dies erlaubt ihnen, die auch angesichts der demografischen Entwicklung erforderliche Stärkung der betrieblichen Altersversorgung weiter voranzutreiben“, zeigt sich Dr. Thomas Jasper, Practice Leader und bAV-Experte bei Towers Watson, erfreut. Auch wenn es für Einzelbetrachtungen aufgrund der noch ausstehenden Jahresabschlussberichte der Unternehmen noch zu früh sei, skizziere die aktuelle Benchmark-Analyse ein weitgehend stabiles Bild.

Rechnungszins und Inflation als Treiber der aktuellen Entwicklung

Dass sich die Wirtschaft erholt, die Aktienrenditen steigen, aber gleichzeitig der Grad der Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen sinkt, erklären die Studienautoren im Wesentlichen mit der krisengeprägten Entwicklung im Rechnungszins. In dieser spiegeln sich zum einen das gesunkene Zinsniveau und zum anderen die deutlich reduzierten Credit Spreads für erstklassige Unternehmensanleihen wider. In diesen gesunkenen Rendite-Aufschlägen kommt eine Normalisierung der Kapitalmärkte zum Ausdruck.

So ist im vierten Quartal 2009 der Rechnungszins um 15 Basispunkte auf einen Stand von 5,34 Prozent gestiegen, der im Gesamtjahr aber eine Verringerung um 62 Basispunkte bedeutet. Zugleich hat sich 2009 die langfristige Inflationserwartung erhöht.

Erträge auf Pensionsvermögen weiter gestiegen

Im vierten Quartal 2009 betrug der durchschnittliche Ertrag auf Pensionsvermögen im DAX-Benchmarkplan rund 1,6 Prozent, im MDAX-Benchmarkplan rund 1,9 Prozent. Zu diesem Ergebnis hat insbesondere die Entwicklung bei deutschen und weltweiten Aktienwerten beigetragen: So wurde auf das in Aktien investierte Planvermögen in DAX und MDAX eine durchschnittliche Gesamtrendite von ca. 4,7 Prozent im vierten Quartal 2009 erzielt, im Jahresverlauf rund 26,4 Prozent.

Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Erholung gehen die Studienautoren allerdings davon aus, dass im Verlauf des Jahres gezielt Portfolio-Umschichtungen vorgenommen wurden und somit höhere tatsächliche Erträge auf das Pensionsvermögen erwirtschaftet werden konnten als in der Benchmark-Analyse ausgewiesen. „Die Beratungspraxis zeigt, dass Unternehmen ihre in der Krise zu beobachtende konservative Anlagestrategie vielfach überprüft haben und den im Rahmen der Krisenprävention gesenkten Anteil an Aktien in ihren pensionsspezifischen Vermögensportefeuilles wieder erhöhen und schrittweise zur strategischen Vermögensaufteilung zurückkehren“, so Co-Studienautor Dr. Martin Brixner von Towers Watson.

Sein Kollege Dr. Thomas Jasper verweist zudem darauf, dass trotz der unsicheren Lage viele Unternehmen weitere Mittel in die Deckung ihrer Pensionsverpflichtungen investiert haben. „Drei Neugründungen von Firmen-Pensionsfonds in Deutschland sind ein klares Signal in Richtung Stärkung der betrieblichen Altersversorgung. Sie ergänzen die zum Teil substanziellen Dotierungen der Unternehmen in bestehende bAV-Finanzierungsvehikel.“ Dabei ist jedoch nicht davon auszugehen, dass die Dotierungen 2009 an das Niveau der Vorkrisenzeit anknüpfen konnten. Die weitere Stärkung der Kapitaldeckung in der bAV ist eine Corporate Finance-Entscheidung vor dem Hintergrund der unternehmensspezifischen Investitionen und Finanzierungsmöglichkeiten.

Generell verzeichnen die Berater in ihrer Beratungspraxis ein noch schärferen Blick der Verantwortlichen auf die Effizienz der betrieblichen Altersversorgungsprogramme, und dies aus finanzieller und risikospezifischer Perspektive wie auch aus personalwirtschaftlicher Sicht: „Letztlich geht es darum, eine größtmögliche Attraktivität der bAV-Programme bei gegebenen Kosten und Risiken sicherzustellen“, erklärt Towers Watson-Experte Jasper. „Dabei darf es keine Dogmen geben!“.

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