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20. Februar 2008

Mehr als 1 Millionen Arbeitsunfälle 2006

Rund 39, 1 Millionen Erwerbstätige arbeiteten im Jahr 2006 in Deutschland. Während des Jahres ereigneten sich mehr als eine Million (1.047.516) Arbeitsunfälle, von denen 941 tödlich verliefen. Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fielen 2006 durch Arbeitsunfähigkeit insgesamt 1,1 Millionen Erwerbsjahre aus. Dies führte zu einem Produktionsausfall anhand der Lohnkosten von etwa 36 Milliarden Euro. Durch den Verlust an Arbeitsproduktivität gingen damit der deutschen Volkswirtschaft rund 65 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung verloren.

Diese Zahlen nennt der statistische Bericht zum Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SUGA, früher Unfallverhütungsbericht Arbeit), den die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) erstellt. Der jetzt veröffentlichte Bericht enthält detaillierte statistische Informationen zu den verschiedenen Aspekten des Arbeitslebens. Hier sind die Unfallentwicklung und die Anzahl der Berufserkrankungen die klassischen Indikatoren für die Güte von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zudem geben das Erkrankungsgeschehen in spezifischen Branchen- oder Berufsbereichen und die Beschreibung der Arbeitsbelastungen vor Ort Hinweise auf „kritische“ Entwicklungen auf der betrieblichen Ebene.

In absoluten Zahlen stiegen die Arbeitsunfälle 2006 um knapp 18.000 Fälle oder 1,7 Prozent. Angesichts der steigenden Zahl der Erwerbstätigen blieb die Unfallquote pro 1.000 Vollarbeiter stabil (2005: 28,4; 2006: 28,3). Dabei zeichnet sich jedoch kein einheitliches Bild ab. Während einige Bereiche wie beispielsweise die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand (2005: 26,2 vs. 2006: 23,0) oder die Hütten- und Walzwerks-Berufsgenossenschaft (26,6 vs. 21,7) rückläufige Unfallquoten verzeichnen, weisen andere Bereiche stagnierende oder steigende Quoten aus.

Sinkende Zahlen lassen sich bei der Anzahl der Anerkennungen einer Berufskrankheit und den Neuverrentungen beobachten. Demgegenüber stieg die Zahl der Verdachtsanzeigen auf Berufskrankheit im Jahr 2006 um 2,6 Prozent an. Auch der leichte Rückgang der Todesfälle aufgrund einer anerkannten Berufserkrankung (-1,0 %) ist nach dem starken Anstieg im Vorjahr kaum nennenswert.

Mit 11,6 Tagen sank die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit noch einmal. 2005 lag sie noch bei durchschnittlich 12,2 Tagen. Dabei fällt insbesondere der erheblich geringere Anteil an Krankheiten des Atmungssystems ins Auge. Jeder zehnte Arbeitsunfähigkeitstag geht auf psychische und Verhaltensstörungen zurück. Während sich die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle in den einzelnen Altersgruppen kaum unterscheidet, steigt die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit mit dem Alter an.

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