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15. Mai 2012

Neue Modellrechnungen zum Arbeitsmarkt 2030

Dass der Fachkräftemangel droht bzw. Deutschland schon längst getroffen hat, ist mittlerweile ein fester Bestandteil der politischen Diskussion geworden. Aktuelle Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigen nun aber: Die Arbeitsmarktexperten erwarten erst bis zum Jahr 2030 gravierende Engpässe beim Arbeitskräfteangebot in einigen Berufsbereichen. Insbesondere in der mittleren Qualifikationsebene (Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung) kommt es zu zunehmenden Passungsproblemen zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt. Dies führen die Forscher in ihrem BIBB Report 18/12: „Engpässe auf dem Arbeitsmarkt: Geändertes Bildungs- und Erwerbsverhalten mildert Fachkräftemangel“

Bei den Modellrechnungen aus dem Jahr 2010 nahm man an, der Schnittpunkt, an dem das gesamtwirtschaftliche Angebot den projizierten Bedarf der Wirtschaft rein quantitativ decken könne, wäre bereits 2025 erreicht. Die Veränderung lässt sich auf ein signifikant gewandeltes Bildungsverhalten der Jugendlichen sowie auf ein geändertes Erwerbsverhalten (bes. von Frauen und Älteren) zurückführen. Bis 2030 kann der Bedarf an akademisch Ausgebildeten gemäß der Berechnungen hinreichend gedeckt werden, allerdings muss mit ernsten Engpässen bei Fachkräften der mittleren Qualifikationsebene gerechnet werden.

Die besonders betroffenen Berufsfelder, in denen das Arbeitskräfteangebot nicht mehr ausreichen wird, sind: be-, verarbeitende und instandsetzende Berufe, Berufe im Warenhandel und Vertrieb, Gastronomie- und Reinigungsberufe, Gesundheits- und Sozialberufe und Körperpflegern. Bei den Berufen, in denen die Arbeitsmarktsituation gerade noch ausgeglichen werden kann, handelt es sich um: Rohstoffgewinnende Berufe, Verkehrs-, Lager-, Transport-, Sicherheits- und Wachberufe, Technisch-naturwissenschaftliche Berufe und Lehrberufe. In diesen Berufsfeldern erwarten die Forscher ein ausreichendes Arbeitskräfteangebot: Maschinen und Anlagen steuernde und wartende Berufe, Büroberufe und kaufmännische Dienstleistungsberufe, Rechts-, Management- und wirtschaftswissenschaftliche Berufe.

Arbeitskräfte ohne abgeschlossene Berufsausbildung werden es dagegen nach wie vor schwer haben. Die demografische Entwicklung wird ihre Beschäftigungschancen nicht verbessern. Der gesamtwirtschaftliche Bedarf nimmt ab. Da das Angebot hier aber noch langsamer abnimmt, steigt das bereits bestehende Überangebot weiter. Die Forscher sehen hier Politik und Wirtschaft zuständig, durch Nachqualifizierung das insbesondere in jüngeren Erwerbspersonen schlummernde Potenzial für den mittleren Qualifizierungsbereich zu wecken.

Ernsthafte Probleme erkennen die Forscher wie bereits angedeutet im Bereich der Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Ihre Zahl wird abnehmen und kann den Bedarf in 2030 nicht mehr decken. Doch auch schon lange vor diesem Datum wird es regional und/oder branchenbezogen zu Engpässen kommen.

Im akademischen Bereich erwarten die Experten einen Anstieg sowohl des Bedarfs als auch des Angebots. So werden zum einen Akademiker als Ersatz gesucht, aber auch aufgrund des Strukturwandels. Der Ersatzbedarf lässt sich dabei auf den Wegfall der geburtenstarken Jahrgänge („Baby-Boomer-Generation“) zurückführen. Die Arbeitsmarktforscher erwarten dabei auf Basis des anhaltenden Trends zu akademischen Abschlüssen einen höheren Anstieg des Angebots als des Bedarfs, wodurch aber vermutlich Ausgleichsprozesse mit dem mittleren Qualifikationsbereich angestoßen werden.

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