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14. September 2010

Pension-Risk-Management und Anlagestrategie multinationaler Konzerne 2010

Nach der Finanzmarktkrise beschäftigen sich multinationale Konzerne in Deutschland deutlich früher und intensiver mit möglichen Risiken für ihre Pensionsvermögen und strukturieren ihr Risikomanagement grundlegend neu. Aufgrund der zunehmenden Volatilität der Finanzmärkte und der Bedeutung der Pensionsverpflichtungen und -vermögen für die Bilanz trägt die strategische Verantwortung für das Pensionsmanagement bei 83 Prozent der befragten Unternehmen letztlich der Vorstand beziehungsweise CFO. Die meisten Unternehmen betrachten inzwischen die Kapitalanlage im Kontext der Verpflichtungen, um die Schwankungsdifferenz zwischen der Kapitalanlage und den Verpflichtungen zu optimieren. Der ohnehin schon konservative Aktienanteil in den Portfolios wurde weiter gesenkt.

Für die zum zweiten Mal aufgelegte Studie „Pension-Risk-Management und Anlagestrategie multinationaler Konzerne 2010“ befragte Towers Watson Unternehmen in Deutschland mit insgesamt nahezu 70 Mrd. Euro Plan-Assets. Das entspricht fast 48 Prozent der Plan-Assets aller DAX-Unternehmen. „Nach der Wirtschaftskrise werden Zins- und Inflationsrisiken zunehmend als Kernrisiken verstanden, gegen die immer häufiger Absicherungsstrategien umgesetzt werden“, berichtet Nigel Cresswell, Leiter Investment Consulting bei Towers Watson Deutschland. Der Anteil der Unternehmen, die sich gegen Zinsänderungen absichern, ist auf 38 Prozent gestiegen – gegenüber 25 Prozent in der Vorgängerstudie aus 2009. Inflationsrisiken sichern sogar 31 Prozent ab (Vorjahr: 8 Prozent). Dabei setzen die Unternehmen zur Absicherung vor allem auf Anleihen mit entsprechend langer Duration und/oder Interest-Rate-Swaps sowie auf inflationsindexierte Anleihen.

Liability-Driven-Investment-Ansätze auf dem Vormarsch

Die zunehmende Berücksichtigung von verpflichtungsbezogenen Risiken führt zu einem verstärkten Einsatz von Liability-Driven-Investment-Ansätzen. 74 Prozent der befragten Unternehmen stimmen ihre Vermögensanlage gezielt auf die Struktur ihrer Verpflichtungen ab, um so die Nettovolatilität zwischen Kapitalanlage und Verpflichtungen zu steuern. Das sich aus einer übermäßigen Nettovolatilität ergebende Bilanzrisiko wird von über drei Vierteln der befragten Unternehmen als zentrales Risiko gesehen.

Infolge der veränderten Risikoeinschätzung haben viele Unternehmen das Aktienexposure für ihre deutschen Pläne weiter reduziert, von 22 Prozent im Vorjahr auf aktuell 16 Prozent. Auch bei ihren internationalen Plänen sind deutsche Unternehmen mit einem Aktienanteil von 27 Prozent im globalen Vergleich konservativ aufgestellt. „Aufgrund ihrer konservativen Anlagestrategie wurden deutsche Pensionsvermögen weniger stark von der Wirtschaftskrise getroffen, beziehungsweise haben sich rasch wieder deutlich erholt“, so Cresswell. Die eher sicherheitsorientierte Ausrichtung spiegelt sich auch im Anleihensegment wider. Deutsche Pläne sind zu 37 Prozent in Unternehmensanleihen investiert, im Vergleich zu 46 Prozent bei internationalen Plänen (bezogen auf das Anleihensegment).

Investitionen in alternative Anlageklassen und aktiv angelegte Vermögenswerte gestiegen

„Bei dem aktuell niedrigen Zinsniveau stehen die befragten Unternehmen zunehmend vor der Herausforderung, die festgelegten Renditeziele zu erwirtschaften“, weiß Investment-Experte Cresswell. Für ihre deutschen Pläne investieren viele der befragten Unternehmen verstärkt in alternative Anlageklassen. Der Anteil von Alternatives (ohne Immobilien) hat sich gegenüber dem Vorjahr auf 6 Prozent verdoppelt, wobei bereits 40 Prozent der Unternehmen zehn Prozent und mehr ihrer Gesamtanlage in alternative Asset-Klassen investieren. „Bemerkenswert ist der Anstieg der aktiv angelegten Vermögenswerte im Vergleich zur Vorgängerstudie“, betont Cresswell. Insbesondere bei Unternehmensanleihen wurde verstärkt auf ein aktives Anlagemanagement gesetzt. „Unternehmen versuchen damit, in einem turbulenten Marktumfeld potenzielle Ausfallrisiken zu begrenzen und von erhöhten Marktineffizienzen zu profitieren“.

Risikobewusstsein gestärkt, Risikocontrolling verschärft

Die wohl augenfälligste Veränderung in den Studien 2009 und 2010 betrifft die Bewertung von Risiken. So hat die Krise insbesondere das Bewusstsein für unerwartete negative Kursveränderungen geschärft, was sich in den verwendeten Risikokennzahlen widerspiegelt. Insbesondere Stresstests und Verfahren zur Evaluierung von Short-Fall-Risiken werden heute deutlich häufiger eingesetzt als noch vor der Krise. Internationale Pläne nehmen hier eine Vorreiterrolle ein. Zu erwarten ist, dass deutsche Pläne in naher Zukunft aufschließen werden.

Durch die zunehmende Volatilität der Finanzmärkte ist das Pensionsmanagement in den Fokus der Unternehmensführung gerückt. Bei 83 Prozent der befragten Unternehmen trägt die strategische Verantwortung für das Pensionsmanagement letztlich der Vorstand beziehungsweise CFO.

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