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31. Januar 2008

Pensionsvermögen der DAX-Unternehmen durch die Turbulenzen am Aktienmarkt nicht gefährdet

Die im größten deutschen Aktienindex gelisteten Firmen sind im Hinblick auf das Management ihrer Pensionsverpflichtungen und -vermögen gestärkt in die aktuellen Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten gegangen. Zu diesem Fazit kommt die Unternehmensberatung Rauser Towers Perrin in der jüngsten Ausgabe ihrer vierteljährlichen Analyse German Capital Market Update.

Trotz eines leichten Rückgangs im vierten Quartal 2007 (-0,9%) ist laut Benchmarkanalyse die hochgerechnete Kapitaldeckung der Pensionspläne bei den Dax-Firmen auf Jahresgesamtebene um durchschnittlich rund fünf Prozent gestiegen. Ursache dafür waren positive Entwicklung auf den europäischen Aktienmärkten und der gestiegene Kapitalmarktzins. Dadurch konnten auch die gesunkenen Erträge auf den Rentenmärkten und weltweiten Aktienmärkten zum wiederholten Male mehr als kompensiert werden.

"Aufgrund der Kapitalmarktentwicklungen im zurückliegenden Jahr konnten die DAX-Unternehmen auf Jahresbasis eine spürbare Stärkung der Kapitalmarktdeckung ihrer Pensionspläne in einer Größenordnung von rund 10 bis 15 Milliarden Euro verzeichnen", erläutert Dr. Thomas Jasper, Principal bei Rauser Towers Perrin. "Gerade in turbulenten Zeiten beruhigt eine solche Stärkung der Kapitaldecke natürlich unternehmensintern wie auch die externen Marktbeobachter."

Der Experte für das Finanz- und Risiko-Management von betrieblichen Versorgungswerken geht davon aus, dass die aktuellen Entwicklungen an den Finanzmärkten nicht spurlos an den DAX-Pensionsplänen vorbeigehen werden. Aber trotz des von den DAX-Unternehmen in den vergangenen drei Jahren aufgebauten Anteils von durchschnittlich 40 Prozent Aktien in ihrem Pensionsvermögen sieht er bislang keinen Grund für ernsthafte Besorgnis - weder für Unternehmen noch für Mitarbeiter: "Die Mehrzahl der DAX-Unternehmen verfügt mittlerweile über ausgefeilte Risikostrategien und -systeme, die eine zeitnahe Reaktion auf extreme Schwankungen an den Kapitalmärkten erlauben." Auch Mitarbeiterrenten seien von einem eventuellen Crash nicht betroffen. "Die Leistung der Versorgungspläne ist in den seltensten Fällen und dann auch nur in Teilen unmittelbar mit Kapitalmarktentwicklungen verknüpft. Weiterhin würde in dem unwahrscheinlichen Fall einer Unternehmensinsolvenz der Pensionssicherungsverein für die erworbenen Anwartschaften finanziell eintreten", so Jasper.

Die Ergebnisse für das 4. Quartal und das Gesamtjahr 2007 im Detail

Im Verlauf des Jahres 2007 ist der Ausfinanzierungsgrad der drei betrachteten Pensionspläne deutlich gestiegen. Bei dem 100%-Plan hat sich der entsprechende Wert um 10,9 Prozent (2006:11,1) erhöht und liegt jetzt bei 131 Prozent (2006:120). Das Deckungsniveau des 50%-Plans ist im vergangenen Jahr um 3,7 Prozent (2006:4,2) gestiegen und beläuft sich mittlerweile auf rund 61 Prozent (2006: 57,4). Bei dem so genannten DAX-Plan legte der Ausfinanzierungsgrad wie im Vorjahr um rund fünf Prozent zu. Er erreicht zum Jahresende ein Deckungsniveau von insgesamt 70 Prozent (Vorjahr: 65). Zum Vergleich: Die Funding Ratio des Towers Perrin-Benchmark-Plans für die USA ist 2007 um 3,3 Prozent gestiegen und liegt bei 92,7 Prozent.

Für die jüngste Entlastung macht Corinna Lux, Studienautorin und Beraterin bei Rauser Towers Perrin, vor allem den Satz verantwortlich, mit dem künftige Rentenlasten abgezinst werden. Dieser ist allein im vierten Quartal 2007 um 10 Basispunkte gestiegen. Außerdem hat sich auch die Entwicklung der europäischen Aktien positiv ausgewirkt. Zum Jahresende verzeichnete der DAX einen Stand von rund 8070 Zählern. Im Benchmark-Portfolio erzielten europäische Aktien eine Jahresrendite von 9,6 Prozent, weltweite Aktien jedoch ein Minus von 3,5 Prozent.

Auf den Rentenmärkten ist 2007 - anders als im Vorjahr - sowohl für das vierte Quartal wie auch das Gesamtjahr eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Insgesamt ist der Ertrag des Benchmark-Portfolios für 2007 mit 2,8 Prozent zu beziffern. Nach Rentenzahlungen und planmäßigen Dotierungen sind die für Pensionsverpflichtungen reservierten Kapitalanlagen im Jahr 2007 beim 100%-Plan insgesamt um 0,8 Prozent, sowie bei dem 50%-Plan um 1,6 Prozent gesunken. Beim Dax-Plan haben sie sich um 1,1 Prozent verringert. Gleichzeitig ist der Anwartschaftsbarwert der im Rahmen der Studie untersuchten Benchmark-Pläne im Jahr 2007 um 7,6 Prozent gesunken. "Ursache dafür war der Anstieg des Rechnungszinses um insgesamt 85 Basispunkte auf 5,5 Prozent, der den Anstieg der Inflationserwartungen von 2,3 auf 2,4 Prozent überkompensiert hat", so Studienautorin Lux.

Hintergrundinformationen zur Analyse

Dem German Capital Market Update Report liegen zwei Benchmark-Pensionspläne mit unterschiedlichem Ausfinanzierungsgrad zugrunde. Der erste Musterplan (100-Prozent-Plan) stützt sich auf ein Szenario, bei dem die Pensionslasten von Unternehmen zum Stichtag 31. Dezember 2004 bzw. 2005 voll mit extern angelegtem Vermögen unterlegt waren. Der zweite Plan (50-Prozent-Plan) ist vergleichbar konzipiert und geht davon aus, dass die Pensionsverpflichtungen zur Hälfte ausfinanziert sind. Der dritte Musterplan (DAX-Plan) zeichnet die durchschnittliche Entwicklung bei Pensionsverpflichtungen und Kapitaldeckung der DAX-Unternehmen nach. Analysiert werden die aktuellen Entwicklungen auf der Verpflichtungsseite sowie die Erträge der für Pensionsverpflichtungen reservierten Kapitalanlagen. Die Untersuchung ergänzt die von Towers Perrin herausgegebenen Studien zu US-amerikanischen und weltweiten Benchmark-Pensionsplänen, die ebenfalls quartalsweise erscheinen.

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