Bitte geben Sie einen Suchbegriff ein.

News

20. November 2008

Europaparlament: Lohngefälle zwischen Männern und Frauen überwinden

Das Europäische Parlament fordert die Kommission auf, konkrete Vorschläge zur Überwindung des Lohngefälles zwischen Männern und Frauen vorzulegen. Nach wie vor verdienen Frauen durchschnittlich 15 % weniger. Das geschlechtsspezifische Lohngefälle schwankt zwischen 4 % und über 25 %. Eine Strategie zur Überwindung des Lohngefälles müsse aus legislativen und nichtlegislativen Maßnahmen bestehen. Auch für einen "Europäischen Tag des gleichen Entgelts" spricht sich das EP aus.

Die Starrheit und der hartnäckige Fortbestand des geschlechtsspezifischen Lohngefälles machen die Notwendigkeit deutlich, vielgestaltige politische Maßnahmen durchzuführen, die die Umsetzung der Rechtsvorschriften und die Überwindung der Segregation des Arbeitsmarktes zum Ziel haben", so Berichterstatterin Edit BAUER (EVP-ED, Slowakei). Nach wie vor verdienen Frauen durchschnittlich 15 % weniger, in der Privatwirtschaft bis zu 25 %. Das geschlechtsspezifische Lohngefälle schwankt zwischen 4 % und über 25 %.

Nicht energisch genug

 Das Parlament kritisiert, dass das Ziel der Verringerung des Lohngefälles von den meisten Mitgliedstaaten nicht energisch genug verfolgt werde. Die Abgeordneten fordern die Kommission auf, bis zum 31. Dezember 2009 einen Legislativvorschlag über die Revision der im Bereich der Anwendung des Grundsatzes des gleichen Entgelts für Männer und Frauen bestehenden Rechtsvorschriften zu unterbreiten. 

Die bestehenden Rechtsvorschriften müssten eingehalten und verbessert werden, jedoch könne das Problem nicht allein dadurch gelöst werden. Nur durch einen wirksamen Policy-Mix und eindeutige Zuständigkeiten ließe sich "eines der hartnäckigsten Probleme im Bereich der Geschlechtergleichstellung" bewältigen. Eine Strategie zur Überwindung des Lohngefälles müsse aus legislativen und nichtlegislativen Maßnahmen bestehen.  

Europäischer Tag des gleichen Entgelts 

Die Abgeordneten fordern die europäischen Institutionen auf, einen Europäischen Tag des gleichen Entgelts zu organisieren – den Tag, an dem Frauen in Europa (durchschnittlich) den Lohn verdient haben, den Männer (durchschnittlich) in einem Jahr verdienen. Ein solcher Tag des gleichen Entgelts trage zur Sensibilisierung hinsichtlich des bestehenden Lohngefälles bei und müsse alle beteiligten Akteure anregen, zusätzliche Initiativen zu ergreifen, um das Lohngefälle zu beseitigen. 

Mehr Transparenz 

Das Parlament schlägt vor, Unternehmen dazu zu verpflichten, regelmäßige Lohnaudits sowie Informationen über Lohnzusätze zu veröffentlichen. Die Arbeitgeber sollten den Arbeitnehmern und ihren Vertretern die Ergebnisse in Form von nach Geschlechtern aufgeschlüsselten Lohnstatistiken zur Verfügung stellen. Diese Daten sollten in jedem Mitgliedstaat auf sektoraler und nationaler Ebene gesammelt werden.  

Zudem sei eine detaillierte Definition einzelner Konzepte, wie etwa der direkten und indirekten Lohndiskriminierung oder dem Rentengefälle notwendig, um über präzisere Kategorien als Instrumente für die Beschäftigung mit dem geschlechtsspezifischen Lohngefälle zu verfügen.  

Auch hinsichtlich der Bewertung von Arbeit und der beruflichen Einstufung müsse die Chancengleichheit von Frauen und Männern gewährleistet sein. Unternehmen sollten deshalb ihre Systeme zur beruflichen Einstufung auf die obligatorische Geschlechterperspektive hin überprüfen und erforderliche Korrekturen vornehmen. Derartige Bestandteile der Arbeitsbewertung und Einstufung sollten außerdem transparent sein und allen Beteiligten sowie den Gleichstellungsgremien zur Verfügung gestellt werden.  

Sanktionen 

Da das Gesamtproblem sich nicht allein durch Rechtsvorschriften lösen ließe, sollten die Kommission und die Mitgliedstaaten die bestehenden Rechtsvorschriften durch Sanktionen verschärfen. Zwar seien die Mitgliedstaaten bereits verpflichtet, Schadenersatz oder Entschädigung sowie Sanktionen vorzusehen, diese Bestimmungen würden jedoch nicht ausreichen, um Verstöße gegen den Grundsatz des gleichen Entgelts zu verhindern. Auch die Durchführung einer Studie zur Möglichkeit und Wirksamkeit sowie den Auswirkungen der Einführung potenzieller Sanktionen wie Bußgeldern wird vorgeschlagen. Das Parlament regt zudem an, den Gleichstellungs- und Aufsichtsgremien eine wichtigere Rolle zukommen zu lassen. Sie sollen die Anwendung von Rechtsvorschriften über die Gleichstellung der Geschlechter überwachen. 

Deutschland eines der Schlusslichter Die Bundesrepublik ist nach Angaben der EU-Kommission mit einem Lohngefälle von 22 % eines der Schlusslichter der EU. Als ein Hauptgrund dafür wird die schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland genannt. Beispiele aus Skandinavien und Frankreich zeigen dagegen, dass auch die Durchsetzung wirksamer Gleichstellungsgesetze großen Einfluss auf die Einkommensunterschiede haben kann.

 Home | Artikel | Termine | Mediadaten

Personaler Blog
Lesen Sie den Personaler Blog. Alles interessante rund um das Personalwesen -> [Hier]

HR-Studie Comic

HR-Studie ComicJeder Woche eine neue Studie, jede Woche ein neues Ergebnis, wie kann das sein? Ein Thema für den Personaler Comic! [Mehr]

Januar
Mo Di Mi Do Fr Sa So
52 26 27 28 29 30 31 1
1 2 3 4 5 6 7 8
2 9 10 11 12 13 14 15
3 16 17 18 19 20 21 22
4 23 24 25 26 27 28 29
5 30 31 1 2 3 4 5

Keine Termine gefunden

Registrieren und Diskutieren
Diskutieren Sie in unseren Forum über aktuelle Trends und Entwicklungen im Personalwesen. Was finden Sie erwähnenswert? Registrieren Sie sich und diskutieren mit.