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22. April 2009

So weiterbildungswillig sind die Deutschen

In Zeiten von Wirtschaftskrise und drohender Arbeitslosigkeit sind knapp 60 Prozent der Deutschen an einer beruflichen Weiterbildung interessiert. Dennoch scheitern viele Menschen an der Realisierung. Eine repräsentative Studie, die TNS Emnid im Auftrag der Hamburger Akademie für Fernstudien durchgeführt hat, wollte wissen, warum.

Das Ergebnis: Auf Platz eins der größten Hürden steht der Kostenfaktor. 18 Prozent der Weiterbildungsinteressierten gaben an, dass ihnen eine Weiterbildungsmaßnahme zu teuer ist. Platz zwei teilen sich mit jeweils 12 Prozent die Aussage, eine Weiterbildung neben Beruf und Familie sei zeitlich nicht zu schaffen und die Unsicherheit, ob eine Weiterbildungsmaßnahme wirklich den gewünschten beruflichen Erfolg bringt. Die Aussage, feste Unterrichtstermine seien zeitlich nicht einzurichten, führten 11 Prozent der Weiterbildungsinteressierten als Hinderungsgrund an. Immerhin würden sich 27 Prozent der Weiterbildungsinteressierten ohne Wenn und Aber für eine zusätzliche Qualifizierung im Job engagieren.

Im Vergleich der Geschlechter ist festzustellen, dass Männer mit 30 Prozent keine Hürden für eine Weiterbildung angeben, während es bei den Frauen lediglich 24 Prozent sind. Weiterhin zeigt die Studie: Je niedriger der Bildungsstand, desto geringer auch die Bereitschaft, sich weiterzubilden. Über 60 Prozent der Befragten mit Volksschule und ohne Ausbildung haben an einer Weiterbildung grundsätzlich kein Interesse. Dagegen gibt es für 22 Prozent der Menschen mit Abitur oder Universitätsausbildung keine Hürden, eine Weiterbildung zu beginnen. Bei den unter Dreißigjährigen stellt die fehlende Orientierung über das richtige Bildungsziel mit 17 Prozent eine ausgeprägte Hürde dar.

Sind die Deutschen also Weiterbildungsmuffel? „Nein, auf keinen Fall, denn die Mehrheit der Deutschen ist grundsätzlich offen für eine Weiterbildung. Aber wie wir anhand der Studie sehen können, besteht nach wie vor ein großer Informationsbedarf, um die Hürden in den Köpfen der Menschen abzubauen“, erläutert Anno Stockem, Geschäftsführer der Hamburger Akademie für Fernstudien. „In Bezug auf die Kosten gibt es viele Möglichkeiten der Finanzierung, sei es durch den Arbeitgeber, staatliche Zuschüsse oder durch flexible Ratenzahlung. Da ein Fernstudium ortsunabhängig ohne feste Präsenzzeiten funktioniert und damit flexibel mit Beruf und Familie in Einklang gebracht werden kann, ist auch diese genannte Hürde zu meistern.“

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