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1. Oktober 2007

Staatliche Förderung elektronischer Lernmedien

Im Mittelpunkt der Fachkonferenz "Mit Lerntechnologien neue Wissensmärkte erschließen", standen die Ergebnisse des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Technologievorhabens "LERNET - Netzbasiertes Lernen in Mittelstand und Öffentlichen Verwaltungen". Daneben wurden aktuelle Trends und zukünftige Entwicklungen beim Lernen mit elektronischen Medien (E-Learning) vorgestellt. Das "Deutsche Netzwerk der E Learning Akteure" (D-ELAN) hat angekündigt, nach dem Auslaufen der Förderphase das LERNET-Netzwerk mit dem Schwerpunkt "E-Learning-Qualität für KMU" fortzuführen.

Staatssekretär Dr. Otremba hierzu: "Das Thema Qualifikation gehört inzwischen mit Recht zu den bedeutendsten Standortfaktoren. Die Bundesregierung hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, das deutsche Aus- und Weiterbildungswesen in Qualität und Wirkungsbreite grundlegend zu verbessern. Dazu zählt auch, in der Aus- und Weiterbildung neue Möglichkeiten auszuloten, um den tief greifenden Veränderungen in der Arbeitswelt und der Gesellschaft zu begegnen. Die Erwartungen an zukunftsweisende Möglichkeiten des netzbasierten Lernens mit elektronischen Medien sind weiterhin hoch gesteckt. Ich begrüße besonders das Engagement des D-ELAN, den LERNET Staffelstab nun seitens der Wirtschaft zu übernehmen."

Das Potenzial von E-Learning ist hoch. Eine aktuelle Untersuchung im Rahmen von LERNET belegt das weiter gestiegene Interesse an E-Learning. Gegenüber 25 Prozent im Jahr 1999 erwägen heute 38 Prozent der Nichtnutzer zukünftige Anwendungen. Die Zahl der E-Learning-Nutzer in Unternehmen ist im gleichen Zeitraum von ca. 4,3 Mio. auf 9,6 Mio. angewachsen. Dies entspricht immerhin 37 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland. Es ist aber auch festzustellen, dass erst knapp 30 Prozent der Unternehmen mit bis zu 1000 Mitarbeitern und erst rund 20 Prozent der Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern E-Learning einsetzen.

Ziel des im Jahr 2001 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gestarteten Fördervorhabens LERNET war es, akzeptable Modelle für den effizienten Einsatz und die Nutzung von E-Learning vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen sowie öffentlichen Verwaltungen zu schaffen, die sich am konkreten Bedarf und an finanziellen Möglichkeiten orientieren. Die Bilanz ist positiv: In 11 aus einem Wettbewerb hervorgegangen Projekt-Konsortien der ersten LERNET-Phase (2001-2004) wurden grundlegende Prinzipien für branchenspezifische E-Learning-Inhalte geschaffen, um die Effizienz auf Hersteller und Anwenderseite wesentlich zu steigern. Kürzere Entwicklungszeiten, günstigere Kosten und hohe Nutzerakzeptanz zählen zu den wichtigen Ergebnissen. Ein Leitfaden für Hersteller und Nutzer steht im Internet zur Verfügung (http://www.lernet.info).

In der zweiten Phase (2004 - 2007) von LERNET gelang es, die generellen Vermarktungschancen für Produzenten und Anbieter weiter zu verbessern und die Investitionssicherheit vor allem für mittelständische Anwender und Bildungsanbieter deutlich zu erhöhen.

Im Projektverbund "Qualitätsinitiative E-Learning in Deutschland" (Q.E.D.) wurde der weltweit erste verfügbare ISO/IEC-Qualitätsstandard (ISO/IEC 19796-1) für E-Learning auf den Weg gebracht, mit dem sich die Qualität von E-Learning-Angeboten vergleichen lässt. Dies stärkt die Marktchancen deutscher Anbieter im internationalen Wettbewerb. Im Projektverbund "Content Sharing" wurden zukunftsweisende Kooperationsmodelle für den automatisierten Austausch von Lernmodulen zwischen Herstellern entwickelt, um Kosten- und Zeitaufwand durch die Vermeidung von Doppelarbeit weiter zu reduzieren. Die Ergebnisse von Content Sharing haben bereits zur Gründung der kommerziellen Internet-Plattform "Copendia" geführt, die von privaten Gesellschaftern getragen wird. Copendia stellt quasi den ersten offenen E-Learning-Marktplatz für Unternehmen dar, mit hohem Potenzial für eine deutliche Stärkung des Wettbewerbs und für eine Erweiterung der Absatzmöglichkeiten von Herstellern.

Ein wichtiger Trend, E-Learning noch stärker in Unternehmensprozesse zu integrieren und mit Methoden des Wissensmanagements zu koppeln, spiegelt sich im LERNET-Vorhaben "Explain". Der innovative und viel versprechende Ansatz, Lerneinheiten begleitend zur Produktentwicklung zu erstellen, wird zur Zeit von Herstellern wie Festo, Hager Tehalit und Schwarz Pharma erprobt.

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