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12. Mai 2011

Strategien gegen den Fachkräftemangel

Die Unternehmensberatung McKinsey stellte vergangene Woche die neue Studie „Wettbewerbsfaktor Fachkräfte“ - Wie Unternehmen qualifizierte Mitarbeiter halten und gewinnen können - vor.

Im so genannten War for Talents wird besonders der demographische Wandel eine entscheidende Rolle spielen. In den nächsten fünfzehn Jahren werden rund 6,5 Millionen Arbeitnehmer fehlen, davon ein Drittel Akademiker. Darum ist es für Unternehmen schon jetzt sinnvoll, ihre strategische Personalplanung zukunftsgerichtet aufzustellen, um künftigen Engpässe möglichst frühzeitig entgegenzuwirken. Leider findet bei vielen Unternehmen eine derartig zielgerichtete Personalplanung noch nicht statt. Die Studie ermittelte, dass nur wenige Personaler schon jetzt systematisch den Fachkräftebedarf nach Anforderungsprofil und Standort ermitteln.

Laut Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, gehe Deutschland nicht die Arbeit, sondern die Arbeitskräfte aus. Sie appelliert an Staat und Unternehmen, bereits jetzt auf den Fachkräftemangel zu reagieren, indem „brachliegende Millionenpotenziale“ gehoben werden. Damit meint sie vor allem Frauen, Ältere und junge Menschen mit benachteiligten Ausgangssituationen.     Außerdem hält sie „qualifizierte Zuwanderung“ für eine gute Möglichkeit, der Entwicklung entgegenzuwirken.

Der McKinsey-Studie zufolge ergeben sich für Unternehmen insbesondere drei Handlungsfelder. Zunächst sollte das bereits bestehende Defizit an Fachkräften systematisch durch Rekrutierung von Frauen, Älteren und Zuwanderern verkleinert werden. Letzteres wird aber nicht die Lösung des Problems sein: „Die Rettung beim Thema Fachkräfte kommt nicht aus dem Ausland“, sagt Frank Mattern, Deutschlandchef von McKinsey. Laut der Bundesagentur für Arbeit ließen sich durch die verbesserte Förderung von Frauen und die Ausweitung der Arbeitszeit der Arbeitnehmerinnen in Teilzeit 1,2 Millionen zusätzliche Fachkräfte gewinnen. Hierzu rät McKinsey den Unternehmen, flexible Arbeitsmodelle, wie beispielsweise das Konzept der Lebensarbeitszeit, für Frauen einzuführen bzw. zu intensivieren.  
Weitere 1,2 Millionen Fachkräfte könnten des Weiteren durch eine intensivere Beschäftigung der Generation 55+ aktiviert werden. Hier spielt besonders das betriebliche Gesundheitsmanagement eine wichtige Rolle. Der Studie zufolge könnten durch dessen Verbesserung mit einem Aufwand von 235€ rund 1.000€ pro Mitarbeiter gespart werden - durch weniger Fehltage, Arbeitsunfälle und Fluktuation. Somit nützt das Gesundheitsmanagement nicht nur der Fachkräftegenerierung sondern auch direkt der Kasse.

Die nächste Strategie für Unternehmen, der der Studie zufolge Beachtung geschenkt werden sollte, ist die Stärkung der Arbeitgebermarke sowie der Personalstandorte. Im Rahmen des Retention Management können die Mitarbeiter beispielsweise durch Weiterbildung stärker an das Unternehmen gebunden werden. Branchenübergreifendes Networking und Kooperationen mit anderen Unternehmen sind hier ebenfalls sinnvoll.
Besonders für kleinere Unternehmen, denen die Markenbildung bedingt durch ihre Größe meist recht schwer fällt, kann die Teilnahme an staatlich geförderten Programmen zur Aufwertung des Personalstandorts, wie z.B. das der Stadt Dortmund namens „dortmund-project“, eine echte Chance für die Rekrutierung von Fachkräften bieten.

Eine weitere Möglichkeit, den Fachkräftemangel zu bewältigen, stellt die Reduktion des eigenen Bedarfs an Fachkräften durch Outsourcing und Dienstleistungszentren dar. Dies kann die Arbeitsplätze der übrigen Belegschaft und somit den Standort sichern. Besonders für Institutionen der öffentlichen Verwaltung, die hinsichtlich Vergütung und Standort weniger flexibel sind, bietet diese Lösung einen Ausweg.

Insgesamt bewertet die Studie den Fachkräftemangel zwar als entscheidende Herausforderung für die deutsche Wirtschaft, allerdings kommt sie auch zu dem Fazit, dass Unternehmen mit einer frühzeitig angepassten Personalstrategie dieser gut gewappnet begegnen können.

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