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17. Juli 2008

Unerkannte Talente

Die Wirtschaft boomt, Arbeitnehmer haben beste Chancen. Von Euphorie kann jedoch in vielen Unternehmen keine Rede sein. Zu groß ist die Sorge darum, dem Aufschwung mit ausreichend qualifizierten Mitarbeitern entsprechen zu können. Eine aktuelle Studie der ATOSS Software AG und der DEKRA Akademie GmbH zeigt, dass sich deutsche und österreichische Unternehmen  auf vorhandene Potenziale besinnen, um dem zunehmenden Fachkräftemangel Paroli zu bieten.

Im Rahmen der Studie „Digging for Diamonds – Verborgene Potenziale im Unternehmen heben“ wurden 272 HR- und Linienmanager  deutscher Unternehmen und 50 ihrer Kollegen aus österreichischen Unternehmen befragt. Ziel des Projektes war es herauszufinden, ob und wie sie sich mit den Potenzialen ihrer Belegschaft auseinandersetzen. Fast alle Führungskräfte sind der Meinung, dass noch etliche „Rohdiamanten“ unter den Mitarbeitern im eigenen Haus sind: 89 Prozent der deutschen und 92 Prozent der österreichischen Unternehmen sehen einen Bedarf, ungenutzte Potenziale bei ihren Mitarbeitern zu entdecken und zu fördern. Wie die Untersuchung zeigt, bereitet die Umsetzung dieser Erkenntnis in Konzepte und Maßnahmen jedoch Probleme.

Kaum objektive Verfahren im Einsatz

Definierte Strukturen und Prozesse, mit denen mögliche Potenziale identifiziert werden können, scheint es in vielen Unternehmen nicht zu geben. Wo solche Strategien existieren, dominieren nach wie vor subjektive Verfahren wie Personalgespräche oder Feedback der Führungskräfte. Objektive bereichsübergreifende Prüfungsverfahren, zum Beispiel anhand von Kennzahlen, oder gezieltes Profiling zur Entdeckung und Förderung von Talenten setzen hingegen weniger als die Hälfte der befragten HR- und Linienmanager ein.

Neue Ansätze gefragt

Die befragten Führungskräfte haben konkrete Vorstellungen, an welchen Stellen sie ansetzen müssen, um das vorhandene Leistungsvermögen nachhaltiger zu aktivieren. Die Mehrheit bewertet klassische HR Instrumente wie Weiterbildung oder Personalplanung als sehr wichtig, um die Produktivität ihrer Mitarbeiter zu fördern. HR Lösungen, insbesondere Systeme für Qualifikationsmanagement und Personaleinsatzplanung, sollen sie dabei unterstützen. Innovative Arbeitszeitkonzepte für spezielle Mitarbeitergruppen, zum Beispiel für ältere Mitarbeiter oder berufstätige Eltern, finden bisher wenig Beachtung. Im Hinblick auf den Fachkräftemangel und die demografischen Entwicklungen besteht aber genau hier Handlungsbedarf.

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