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13. Dezember 2007

Variable Vergütung in der Versicherungsbranche

3,5 Prozent mehr im Portemonnaie haben Führungskräfte in der Versicherungswirtschaft im Vergleich zum Vorjahr. Mit durchschnittlich 126.000 Euro werden leitende Angestellte der ersten Ebene jährlich vergütet, 87.000 Euro sind es bei Führungskräften der zweiten Ebene. Die Gehaltsspannen auf der Führungsebene sind außerordentlich groß: Von weniger als 60.000 Euro bis weit mehr als 250.000 Euro reicht die erzielte Vergütung. Ein knappes Drittel aller Führungskräfte verdient bis zu 85.000 Euro, ein weiteres Drittel zwischen 85.000 und 115.000 Euro, das restliche Drittel verdient mehr. Das sind Ergebnisse der Vergütungsstudie „Leitende Angestellte in Versicherungen 2007“ der Managementberatung Kienbaum, für die insgesamt 3778 Positionen aus 94 Unternehmen untersucht wurden.

Gehaltssteigerungen durch variable Vergütung

Variable Vergütungsbestandteile gehören zum Standard in der Versicherungsbranche: 95 Prozent der leitenden Angestellten der ersten Ebene unterhalb des Vorstands und 88 Prozent der zweiten Ebene kommen in den Genuss dieser Bonuszahlungen. 26.000 Euro beträgt die durchschnittliche variable Vergütung von Führungskräften der ersten Ebene, das entspricht einem Anteil von 18 Prozent der Gesamtbezüge. Mitarbeiter der zweiten Ebene erhalten im Durchschnitt 16.000 Euro zusätzlich, was 14 Prozent der Gesamtbezüge ausmacht.

„In den letzten Jahren hat sich sowohl die Verbreitung der variablen Vergütung als auch deren Anteil an der Gesamtvergütung für leitende Angestellte in Versicherungen stetig erhöht. Während die Höhe der Grundgehaltssteigerungen seit einigen Jahren auf relativ konstantem Niveau liegt, sind die eigentlichen Entwicklungen in der Gesamtvergütung primär auf Erhöhungen der variablen Vergütung zurückzuführen. Dieser Trend ist in ähnlicher Form auch in anderen Branchen, wie zum Beispiel der Dienstleistungsbranche, feststellbar“, sagt Dr. Karl-Friedrich Raible, Projektleiter der Studie bei Kienbaum.

Hochschulabschluss setzt sich durch

Der Ausbildungsstand in der Branche zeigt einen deutlichen Trend zur Höherqualifizierung: Der Anteil der Hochschulabsolventen ist in den vergangenen zehn bis 15 Jahren gestiegen. Etwas mehr als die Hälfte der Führungskräfte hat einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss, wovon wiederum sechs Prozent promoviert haben. Je höher die Position, desto eher hat der Inhaber einen Hochschulabschluss: 71 Prozent der Mitarbeiter der ersten Ebene und 45 Prozent der zweiten Ebene können diese Qualifikation vorweisen. Es gilt die generelle Regel: Je höher der Bildungsabschluss, desto höher das Gehalt. „Eine qualifizierte Ausbildung zahlt sich in unserer Wirtschaft aus: Sie erhöht die Chance, in der Unternehmenshierarchie in höhere Führungsränge aufzusteigen und dort die besser dotierten Positionen zu besetzen“, sagt Dr. Karl-Friedrich Raible, Vergütungsexperte bei Kienbaum.

Spitzenverdiener in versicherungsspezifischen Funktionen

Die Art der ausgeübten Funktion spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle für die Gehaltshöhe. Die Gruppe der Spitzenverdiener setzt sich großenteils aus versicherungsspezifischen Funktionen zusammen: Top-Verdiener ist der Leiter Underwriting – Leben/ Renten mit 180.000 Euro, gefolgt vom Leiter Schaden Leistung/ Rück mit 165.000 Euro und dem Leiter des fakultativen Underwriting, der durchschnittlich 155.000 Euro erhält. Im Vergleich dazu liegen die Gehälter der Spitzenverdiener in den Bereichen Vertrieb und Verwaltung deutlich niedriger: Ein Personalleiter verdient durchschnittlich 142.000 Euro und bei einem Leiter des Geschäftsbereichs Firmenkunden/ Industrie stehen im Durchschnitt 135.000 Euro auf dem Gehaltszettel.

Je größer das Unternehmen, desto höher der Verdienst

Wer in der Versicherungsbranche überdurchschnittlich verdienen möchte, sollte auf die Größe des Unternehmens achten, denn es gilt: Je größer die Gesellschaft – gemessen an Beschäftigungszahl und Prämieneinnahmen –, desto höher fällt die Vergütung aus. In Firmen mit bis zu 250 Mitarbeitern verdienen Führungskräfte der ersten Ebene beispielsweise durchschnittlich 112.000 Euro pro Jahr, während in Unternehmen mit mehr als 2000 Angestellten diese Position mit 155.000 Euro jährlich vergütet wird.

Betriebliche Alterversorgung ist Standard

In den Genuss einer betrieblichen Altersversorgung kommen praktisch alle Führungskräfte in der Versicherungswirtschaft. Ungefähr hälftig teilen sich diese in beitragsabhängige und beitragsunabhängige Leistungszusagen auf. Die häufigsten darüber hinaus gewährten Zusatzleistungen sind an erster Stelle Rabatte für firmeneigene Versicherungsprodukte, zweitens vermögenswirksame Leistungen und auf Rang drei Arbeitgeberdarlehen. Weniger weit verbreitet sind dagegen Firmenwagen: Knapp zwei Drittel der Führungskräfte der ersten Ebene und nur 23 Prozent der Mitarbeiter der zweiten Ebene steht ein solches Auto zur Verfügung. Die beliebtesten Fabrikate sind auf der ersten Führungsebene BMW und auf der zweiten Audi, während Marken wie Saab, Volvo und Nissan kaum nachgefragt werden. 

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