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18. Mai 2009

Vergütungsstudie: Führungs- und Fachkräfte in Marketing und Vertrieb 2009

Die Grundgehälter der Mitarbeiter in Marketing und Vertrieb steigen von 2008 auf 2009 geringer als ein Jahr zuvor, nämlich um 3,4 Prozent. Im Zeitraum 2007 bis 2008 legten die Grundgehälter noch um durchschnittlich 3,9 Prozent zu. Für das laufende Jahr prognostiziert die Managementberatung Kienbaum zwar weiterhin leicht steigende Grundgehälter, aber insgesamt sogar sinkende Gesamtbezüge. Gründe sind die wirtschaftlich schwierigen Situation und die große Bedeutung leistungsbezogener variabler Vergütungsbestandteile in Marketing und Vertrieb.

Das Gesamtgehalt eines Marketingleiters beträgt derzeit im Durchschnitt 120.000 Euro, ein Leiter im Vertrieb bezieht im Jahr insgesamt 140.000 Euro. Ein Produktmanager im Marketing verdient durchschnittlich 70.000 Euro jährlich, ein Key-Account-Manager 88.000 Euro. Das ergab die Vergütungsstudie Führungs- und Fachkräfte in Marketing und Vertrieb 2009, erstellt von der Managementberatung Kienbaum. Sie basiert auf den Daten von 419 Unternehmen und mehr als 5.000 Einzelpositionen. „Gehaltserhöhungen orientieren sich neben der individuellen Leistung eines Mitarbeiters vor allem an der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens. Gerade angesichts der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise dürfen die finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens nicht über Gebühr belastet werden“, sagt Christian Näser, Vergütungsexperte bei Kienbaum und Projektleiter der Studie.

Variable Vergütung: deutliche Unterschiede bei Fachkräften
92 Prozent der Führungskräfte im Vertrieb und 88 Prozent der Leitungsfunktionen im Marketing erhalten eine variable Vergütung. Die Leiter des Vertriebs beziehen so zusätzlich zum Grundgehalt im Durchschnitt 29.000 Euro im Jahr, die Marketingleiter 27.000 Euro. Bei den Fachkräften fallen die Unterschiede zwischen den Bereichen Marketing und Vertrieb in Bezug auf die Verbreitung von Bonifikationen und deren Höhe deutlicher aus: 89 Prozent der Fachkräfte im Vertrieb erhalten eine variable Vergütung, im Marketing ist dies bei 69 Prozent der Mitarbeiter der Fall. Die Bonifikationen der Vertriebler in Höhe von durchschnittlich 22.000 Euro sind hierbei mehr als doppelt so hoch wie die der Kollegen aus dem Marketing mit 10.000 Euro im Jahr.

Große Spanne beim variablen Anteil
Führungs- und Fachkräfte in Marketing und Vertrieb beziehen durchschnittlich 24 Prozent ihres Gesamtgehalts als Bonus. Dabei reicht die Spanne bei der Höhe des variablen Anteils von drei bis 52 Prozent des Gesamtgehalts. Für die Führungskräfte in Marketing und Vertrieb betragen die Boni durchschnittlich 19 beziehungsweise 23 Prozent der Gesamtbezüge. Die Fachkräfte im Marketing beziehen durchschnittlich 13 Prozent ihres Gesamtgehalts über den variablen Anteil. Fachkräfte im Vertrieb erhalten mit 26 Prozent etwa ein Viertel ihrer Gesamtbezüge als leistungsorientierte Vergütungsbestandteile.

Außerordentliche Verdienstchancen für Vertriebler
Aufgrund der stark leistungsorientierten Vergütungsstruktur ergeben sich gerade für Mitarbeiter im Vertrieb attraktive finanzielle Perspektiven. „Hervorragende Leistungen ermöglichen es den Mitarbeitern im Vertrieb in Gehaltsregionen zu stoßen, die üblicherweise nur Führungskräften vorbehalten sind“, sagt Christian Näser. Für einen Top-Verkäufer, der kontinuierlich herausragende Leistungen erbringt, eröffnen sich Verdienstmöglichkeiten von bis zu 80.000 Euro. Das Grundgehalt eines Top-Verkäufers beläuft sich hierbei auf durchschnittlich 48.000 Euro.

Privatnutzung des Firmenwagens als Belohnung
60 Prozent aller Führungskräfte im Marketing fahren einen Dienstwagen, bei den Führungskräften im Vertrieb ist dies sogar bei 77 Prozent der Fall. Von den erfassten Fachkräften fahren 40 Prozent der Mitarbeiter im Marketing ein vom Unternehmen gestelltes Auto, bei den Fachkräften im Vertrieb sind es 77 Prozent. Insbesondere für Außendienstmitarbeiter stellt der Firmenwagen eine Notwendigkeit für ihre tägliche Arbeit dar. So fahren 90 Prozent der Außendienstverkäufer einen Firmenwagen. „Nicht zu unterschätzen ist außerdem die Belohnungs- und Anreizfunktion eines Dienstwagens, der privat genutzt werden darf“, sagt Näser. Die Regelungen zur Privatnutzung des Firmenwagens sind sowohl für Führungs- als auch für Fachkräfte gleichermaßen großzügig. 90 Prozent der Führungskräfte und 87 Prozent der Fachkräfte in Marketing und Vertrieb steht ihr Firmenauto privat uneingeschränkt zur Verfügung. An den Kosten für die private Nutzung haben sich die Mitarbeiter allerdings zu beteiligen. Die Versteuerung des geldwerten Vorteils in Höhe von monatlich einem Prozent des Brutto-Neupreises des PKW ist hierbei die häufigste Form der Kostenbeteiligung.

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