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9. Februar 2009

Viel Arbeit, wenig Urlaub: Fach- und Führungskräfte trotzdem zufrieden mit ihrem Beruf

Trotz einer hohen Arbeitsbelastung legen Fach- und Führungskräfte in Deutschland großen Wert auf berufliche Weiterbildung. Das ist ein zentrales Ergebnis der aktuellen „FOM fragt nach“-Umfrage. Unter dieser Marke führt die FOM Fachhochschule für Oekonomie & Management in regelmäßigen Abständen Befragungen zu wirtschaftlichen Themen durch. Um das Arbeitspensum und die Zufriedenheit von  Fach- und Führungskräften im kaufmännischen Bereich zu untersuchen, hat die FOM zum Ende des Jahres 302 Selbstständige, Manager und Fachangestellte befragt. Knapp 77 Prozent der Teilnehmer sind zufrieden mit der eigenen Arbeit. Aktive Weiterbildung erachtet die überwiegende Mehrheit der Befragten als wichtig.

Hohe wöchentliche Arbeitszeit, zahlreiche Bürowochenenden, wenig Krankentage und ungenutzter Urlaub: Aus Sicht der Fach- und Führungskräfte war das Jahr 2008 zwar anstrengend, aber auch befriedigend. Damit bestätigen die Teilnehmer den Trend der Vorjahre. Bereits 2006 und 2007 hatte die FOM den Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Zufriedenheit unter Fach- und Führungskräften untersucht.

Obwohl die durchschnittliche vertragliche Arbeitszeit aktuell nur 38,4 Stunden pro Woche beträgt, arbeiten über 85 Prozent der Befragten mindestens 40 Stunden, 46 Prozent kommen auf 45 bis 59 Stunden pro Woche und fast jeder Zehnte (9 %) leistet 60 und mehr Arbeitsstunden. Insgesamt schätzen knapp 67 Prozent der Teilnehmer ihre Arbeitsbelastung als hoch bzw. sehr hoch ein. Demgegenüber steht die positive Einstellung zum persönlichen Erfolg und dem Erfolg des Unternehmens: Fast 77 Prozent der Fach- und Führungskräfte sind zufrieden mit ihrer Arbeit, immerhin 68 Prozent sind auch mit dem Erfolg ihres Unternehmens zufrieden.

Der hohe berufliche Einsatz kaufmännischer Fach- und Führungskräfte spiegelt sich in einer niedrigen Anzahl von Krankheitstagen sowie in den genommenen Urlaubstagen wider. Knapp die Hälfte der Befragten (49 %) fehlte an keinem Tag, nur zehn Prozent fehlten krankheitsbedingt mehr als fünf Tage. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt der gesetzlich versicherten Arbeitnehmer (7,5 Tage in 2008) fehlten Selbstständige, Manager und Angestellte mit zwei bis drei Tagen im Jahr wesentlich seltener. Hinzu kommt: Vom vertraglich festgelegten Urlaubsanspruch in Höhe von durchschnittlich 29 Tagen im Jahr lösten sie in 2008 nur 24,5 Tage ein.

Fast einstimmig äußerten sich die Teilnehmer zum Thema Weiterbildung: 98 Prozent der Befragten halten dies für wichtig. Unterstützung kommt in diesem Bereich vom Essener Unternehmensverband (EUV). „Durch Weiterbildungen eröffnen sich vielfach größere Spielräume für einen Mitarbeiter. Wer im Unternehmen eigene Akzente setzen und mitgestalten kann, ist in der Regel auch motivierter“, betont EUV-Hauptgeschäftsführer Ulrich Kanders. „Auch der unmittelbare Zusammenhang zwischen Weiterbildung und beruflichem Aufstieg ist in vielen Fällen gegeben.“

Aus Sicht der FOM kommt dem Thema Weiterbildung im Krisenjahr 2009 eine Schlüsselrolle zu. „In einigen Unternehmen ergeben sich, bedingt durch Kurzarbeit oder Teilzeitverträge, neue zeitliche Freiräume. Diese sollten genutzt werden, um Fachwissen aufzufrischen und auszubauen“, so Prof. Dr. Burghard Hermeier, Rektor der FOM. „Eine solide Kompetenzbasis kann die persönliche Beschäftigungsfähigkeit selbst in harten Zeiten sichern. Zudem zeigt unsere Umfrage, dass mit einer steigenden Verantwortung im Unternehmen auch die persönliche Zufriedenheit steigt.“ Mit Spannung erwarten die Forscher der FOM nun die Ergebnisse der kommenden Arbeitszeitbefragung für 2009 – und rechnen mit Abweichungen vom bisherigen Trend.

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