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12. August 2011

Zahl der Burn-Out-Fälle steigt weiter

Burn-Out von Arbeitnehmern ist in deutschen Unternehmen keine Seltenheit mehr. Rund 13 Millionen Beschäftigte sind nach Angaben von Krankenkassen und Experten derzeit betroffen, auch Betriebe erleiden dadurch einen enormen Schaden.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi schätzt, dass jeder vierte deutsche Arbeitnehmer unter den gesundheitlichen Konsequenzen von Stress leidet. Dazu gehört nicht nur das Burn-Out-Syndrom, sondern beispielsweise auch Herzinfarkte. Galten damals besonders Beschäftigte aus der Sozialdienstleistungsbranche als besonders gefährdet vom Burn-Out, sind mittlerweile so gut wie alle Branchen betroffen. Immer häufiger sind es die Leistungsträger aus Dienstleistungsgesellschaften, die der Krankheit zum Opfer fallen.

Ist es zum Burn-Out gekommen, sind die Folgen vielfältig: Zum einen beim Erkrankten, der nach den meist langwierigen Heilbehandlungen seiner Depression häufig nur schwer ins Arbeitsleben zurückfindet und somit seinen soziale Beziehungen und Arbeitsplatz riskiert; zum anderen bei den Krankenkassen (und somit deren Versicherte), denn bei steigender Zahl der Betroffenen nehmen die Behandlungskosten zu. Eine Studie der Betriebskrankenkassen ergab, dass deutsche Krankenkassen im Jahr 2009 insgesamt etwa 3 Milliarden Euro nur für die Behandlung von Burn-Out aufwenden mussten.
Auch die Betriebe werden schwer geschädigt. Ihr wirtschaftlicher Schaden beträgt nach Schätzungen von Fachleuten insgesamt bis zu 3,3 Milliarden Euro. Hier geht nämlich der Verlust des Mitarbeiters mit dem Verlust von Wissen einher, die Einarbeitung einer Ersatzkraft dauert unter Umständen Monate. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verursacht ein Burn-Out-Fall durchschnittlich 30,4 Krankheitstage. Die TKK ermittelte, dass im Jahr 2010 zehn Millionen Krankheitstage in Deutschland durch Burn-Out bedingt wurden. Umgerechnet fehlten somit 40.000 Beschäftigte ein ganzes Jahr lang. Doch die Abwesenheit der Angestellten ist nicht das größte Problem der Unternehmen: Viel entscheidender ist nach Ansicht von Experten der Produktivitätsverlust, der bereits vor dem eigentlichen Ausbruch der Krankheit sowie während der Wiedereingliederung des betroffenen Mitarbeiters entsteht. Denn die Mitarbeiter sind bereits vor ihrer Krankschreibung meist weniger produktiv durch mangelnde Konzentrationsfähigkeit, die häufig durch Übermüdung zustande kommt. Dadurch sind sie oft nicht einmal mehr in der Lage, den organisatorischen Teil ihrer Arbeit zu erledigen und behindern somit häufig die Prozesse und Produktivität ganzer Abteilungen. Betroffene Führungskräfte sind dahingehend besonders kritische Faktoren: Eine US-Studie aus dem Handelsblatt (31.05.2010) ergab, dass die Erkrankung eines Topmanagers sein Unternehmen zweieinhalb Jahresgehälter kostet.

Als Hauptursache für Burn-Out werden die schlechten Arbeitsbedingungen verantwortlich gemacht, gefolgt vom Führungsstil von Vorgesetzten, kommunikative Defiziten und Zeitdruck. Das ergab der IGA-Report 2004. Die zunehmende Zahl der Fälle lässt sich dadurch allerdings nicht erklären, denn die Arbeitsbedingungen in Deutschland haben sich nicht wesentlich geändert. Doch vielleicht liegt genau hier der Schlüssel. Heute fehlt immer häufiger die Zeit für organisatorische Rückkopplung in den Betrieben, die Komplexität der Arbeitstätigkeiten sowie der Wettbewerbsdruck und die Angst vorm Arbeitsplatzverlust nimmt immer weiter zu. Lediglich die Arbeitsorganisation hat sich dieser veränderten Situation noch nicht angepasst trotz ständiger Fortschritte der Informationstechnologie, die dahingehend viele Möglichkeiten bereithält. So könnten Kommunikation und Zusammenarbeit in den Unternehmen deutlich vereinfacht werden. Nach Ansicht der Unternehmensberatung bluvo AG schöpfen die meisten Unternehmen ihre IT-Potenziale aber nicht voll aus. Als guten ersten Schritt nennen die Berater beispielsweise die Voice-over-IP Telefonanlage, die lästige Suchen nach Telefonnummern und entbehrliche Organisationstätigkeiten spart und besonders für Vertriebler und Vieltelefonierer geeignet ist.
„Vielfach hat die IT das Arbeitsleben bisher nicht erleichtert, sondern beschleunigt und komplexer gemacht“, sagt Marcus Vogel, Experte von bluvo. Das sei zwar gut für die Produktivität und die Effizienz gewesen, hätte den Mitarbeitern aber auch viel abverlangt. Doch Vogel schaut positiv in die IT-Zukunft: „IT wird wirklich intelligent, weil sie leichter zu bedienen ist, die Kommunikation vernetzt und immer die richtigen Informationen bereithält.“ Manchmal brauche es dazu nur den richtigen Server. „Kein Mensch muss heute lange nach Dokumenten auf dem Server suchen, wenn die IT auf dem aktuellen Stand ist.“ Sicherlich bedeutet eine moderne IT nicht die Heilung der Menschheit vom Burn-Out, doch kann sie mithelfen, eine stressfreiere Arbeitsumgebung für Arbeitnehmer zu schaffen und die Risiken eines Burn-Outs somit zu mindern.

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